14. August 2019

Schwalbacher Bestatter sorgt für eine ordentliche Bestattung

„Es war sehr, sehr würdig“

Mit einer ordentlichen Trauerfeier bekam am vergangenen Mittwoch Britta Laura Diallo, die oft nur als „Leiche aus dem Fass“ bezeichnet wurde, ihre Würde zurück. Foto: privat

Vor 16 Jahren ermordete der Schwalbacher Manfred Seel die Prostituierte Britta Simone Diallo und steckte sie in ein Plastikfass, das im Jahr 2014 in der Nordstraße gefunden wurde. Der Schwalbacher Bestatter Carsten Grieger hat nun dafür gesorgt, dass sie am vergangenen Donnerstag ein würdiges Begräbnis bekam.

Nach Abschluss der Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft die sterblichen Überreste zur Bestattung freigegeben und normalerweise wäre die Urne anonym begraben worden. „Ich wollte aber, dass die Frau ein würdiges Begräbnis bekommt“, berichtet Carsten Grieger. Also nahm er Kontakt zum „Tamara e.V.“ auf, der Prostituierte unterstützt, wandte sich an die Frankfurter Stadträtin Rosemarie Heilig und an Schwalbachs Bürgermeisterin Christiane Augsburger.
Rund 25 Personen erwiesen der Ermordeten dann am vergangenen Donnerstag auf dem Friedhof in Frankfurt-Westhausen die letzte Ehre, darunter die beiden Politikerinnen. Die Trauerrede hielt Pfarrer Martin Barschke von der Inneren Mission Frankfurt. Die Gärtnerei Scherer sorgte für den Blumenschmuck und der Steinmetzbetrieb Steffens für eine Steintafel. Die Stadt Schwalbach übernahm die Kosten der Beerdigung.
Carsten Grieger war mit dem Ergebnis sehr glücklich: „Es war sehr, sehr würdig. Ich bin froh, dass Frau Diallo nach allem doch noch eine ordentliche Trauerfeier bekommen hat.“ MS

Ein Gedanke zu „„Es war sehr, sehr würdig“

  1. Ich finde es sehr gut, dass Frau Diallo ein würdiges Begräbnis erhalten hat. Dank an alle, die das möglich gemacht haben. Sollte eine Grabpflege notwendig sein, hoffe ich, dass auch diese Kosten übernommen werden.
    Zu ihrem Artikel möchte ich aber anmerken, dass es nicht erwiesen ist, dass Herr Seel ihr Mörder war. Es gibt in keinem der ihm angelasteten Untaten eine eindeutige Spur, die seine Täterschaft beweist.

    Anmerkung der Redaktion: Das ist nicht korrekt. Korrekt ist, dass Herr Seel nie verurteilt wurde, weil er beim Fund der Leiche bereits verstorben war. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt geht aber davon aus, dass sie ihm den Mord an Frau Diallo gerichtsfest hätte nachweisen können.

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