5. September 2019

Schüler der Albert-Einstein-Schule besuchten Konztrationslager

Bewegende Fahrt nach Auschwitz

Die Studienfahrt ins polnische Auschwitz wird der kleinen Gruppe von Schülern der Q-Phase der AES noch lange in Erinnerung bleiben. Foto: AES

Eine kleine Gruppe von Schülern der Q-Phase der Albert-Einstein-Schule (AES) fuhr über das Fronleichnamswochenende im Juni nach Polen, um dort die Stadt Oścwięcim und das daran grenzende ehemalige Konzentrationslager Auschwitz zu besuchen.

Dabei nahmen die Schüler auch an einigen Workshops zum Thema des Holocausts teil und setzten sich mit Menschen auseinander, die den Insassen des Konzentrationslagers heimlich halfen, sowie Kindern, die den Holocaust überlebten. Die Gruppe besuchte am ersten Tag der Studienfahrt den Ort Oścwięcim, der auch nicht anders genannt werden sollte, da sich die Stadt von den Gräueltaten der Nationalsozialisten distanzieren will, und damit auch von dem deutschen Namen Auschwitz.
Am zweiten Tag besuchte man das Stammlager Auschwitz I, ein Arbeitslager, welches das trügerische Schild „Arbeit macht frei“ über seinem Eingang trägt. Auch wenn heutzutage hier Ruhe herrscht, wurde den Schülern durch die Ausstellung klar, welche furchtbaren Konditionen dort vor 75 Jahren herrschten und welche Verbrechen dort durchgeführt wurden. Besonders beeindruckend waren für die Schüler einige Vitrinen, in denen Alltagsgegenstände ausgestellt wurden, die die Nationalsozialisten ihren Opfern stahlen, um sie an das deutsche Volk weiterzugeben. Darüber hinaus war in einer Vitrine ein riesiger Berg Haare zu sehen, den die Nationalsozialisten den Frauen in Auschwitz abrasierten und dann auch noch als Ware verkauften.
Zum Abschluss dieses Tages besuchte die Reisegruppe aus Schwalbach eine von der israelischen Shoah-Gedänkstätte Yad Vashem initiierte Ausstellung. Die beeindruckende audiovisuelle Installation zeigte das Leben der Juden in Europa vor dem Holocaust mit Ton und bewegtem Bild. Die Installation endete in Stille mit einem Buch, das alle bekannten Namen der ermordeten Juden Europas beinhaltet. Es ist mehrere Meter lang und enthält bedrückende Buchstaben, schwarz auf weiß.
Am darauffolgenden Tag besuchten die AES-Schüler die Gedenkstätte Auschwitz II: Birkenau, in welcher maßgeblich der Genozid in den Gaskammern stattfand. Auch wenn dort weniger erhalten war als im Stammlager I blieb die Situation für die Schüler weiterhin bedrückend. Die Reiseführerin der Gruppe ging an diesem Tag viel mehr auf persönliche Geschichten der Insassen ein. Sie erzählte unter anderem von den grausamen Experimenten des Pseudowissenschaftlers „Doktor“ Joseph Mengele. Zudem besucht man einige Orte, die mittlerweile in eine Art „Auschwitz-Ikonografie“ übergegangen sind, das große Tor, durch welches die Züge voller Deportierter einfuhren, oder die Rampe, die auch in Steven Spielbergs weltberühmtem Film „Schindlers Liste“ und auf den Fotos zu sehen sind, die die Verbrechen in Auschwitz beweisen.
An beiden Abenden fanden nach den Besuchen der Gedenkstätten noch Besprechungsrunden statt, um zu rekapitulieren, was die Schüler an dem Besuch am meisten beeindruckt hat. Viele reagierten sehr emotional. Es war von einer Sprachlosigkeit die Rede, von einem gewissen Schuldgefühl, von der Surrealität der gesamten Geschehnisse, dem Schock, selber an diesem Ort gewesen zu sein. „Wer einmal in Auschwitz war, wird sich bewusst, dass man eine historische Verantwortung trägt. Die Verantwortung, mit allen möglichen Mitteln zu verhindern, dass es je wieder zu solch einem Verbrechen, zu einem Völkermord, zu einer solchen Todesmaschinerie auch nur im Ansatz kommen kann“, resümierten die Schüler. red

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