25. Mai 2020

Vier Gartenschläfer sind nun in der Obhut derBUND Ortsgruppe Schwalbach

Neue Heimat für Gartenschläfer

Insgesamt vier Gartenschläfer haben auf einer Schwalbacher Obstwiese eine neue Heimat gefunden. Foto: BUND

Unverhofft hat die BUND Ortsgruppe Schwalbach-Eschborn neuen Zuwachs bekommen. Vier Gartenschläfer sind am 15. Mai auf eine Obstwiese der Stadt Schwalbach gezogen.

Ganz freiwillig sind sie nicht gekommen. Im November letzten Jahres, noch im tiefsten Winterschlaf, wurden sie in einer Kiste vor dem Hattersheimer Tierheim anonym abgegeben. Das Tierheim wandte sich an die Schwalbacherin Sabine Neumann, die für ihre Pflege von kleinen Wildtieren bekannt ist. Seit etwa 30 Jahren kümmert sie sich um heimatlose oder verletzte Eichhörnchen, Igel und Vögel.
Gartenschläfer kannte sie bislang noch nicht. Gut ein halbes Jahr versorgte Sabine Neumann mit ihrem Lebensgefährten, die kleinen Schlafmäuse, denen er einen wunderschönen Nistkasten zimmerte. Nun wurde es Zeit, die Gartenschläfer wieder in die Natur auszuwildern, da der Nachwuchs schon deutlich sichtbar wurde. Sabine Neumann wandte sich an den Umweltschutzbeauftragten der Stadt, Burghard Haueisen, der wiederum die Verbindung zur Ortsgruppe des BUND herstellte.
Schon seit April 2019 war die Gruppe auf Spurensuche nach dem Gartenschläfer, leider bislang ohne Erfolg. Umso mehr freuten sich die Mitglieder nun gleich vier Gartenschläfer genau vor der Haustüre zu haben und mit einer Wildkamera genauer beobachten zu können, um einen Beitrag zur Erforschung der Tiere leisten zu können.
Der Gartenschläfer gibt Wissenschaft und Naturschutz große Rätsel auf. In Hessen geht es der Art zwar entlang der Flusstäler von Rhein und Main – insbesondere in Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis und dem Kreis Groß-Gerau – nach derzeitigen Erkenntnissen noch vergleichsweise gut. Doch aus vielen Regionen Europas und Deutschlands ist die Art spurlos verschwunden. In den vergangenen 30 Jahren ist sein Verbreitungsgebiet um mehr als die Hälfte geschrumpft. Warum, ist noch völlig unklar.
Das Forschungsprojekt „Spurensuche Gartenschläfer“ wird gefördert vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Weitere Informationen und Meldestelle für Gartenschläfer sind unter www.gartenschlaefer.de im Internet zu finden. red

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