24. August 2020

Für die Reparatur der Marienfigur ist mehr Geld als nötig zusammengekommen

Neue Hände für Maria

Rund 40 Schwalbacher kamen am Samstag zur alten Kapelle, um an der Benefizveranstaltung zu Gunsten der beschädigten Marienfigur teilzunehmen. Foto: Pabst

Auf große Resonanz ist die Spendenaktion des Verschönerungsvereins für die Restaurierung der Marienfigur in der alten Kapelle gestoßen. Insgesamt sind bisher mehr als 4.000 Euro zusammengekommen. Bericht mit Video

Wie berichtet hat am 20. Juli ein Unbekannter der Marienfigur in der Kapelle beide Hände abgeschlagen und die Hände offenbar mitgenommen. Das hat in Schwalbach für große Betroffenheit gesorgt, zumal der Schaden nach Angaben von Michael Molter, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Katholischen Gemeinde, nicht versichert ist.

Allein bei der gelungenen Benefizveranstaltung vor der alten Kapelle am vergangenen Samstag kamen bei einer amerikanischen Versteigerung 1.030 Euro zusammen. Birgit Gaukler, die dem Kapellen-Team angehört, hatte die Aktion gemeinsam mit dem Verschönerungsverein organisiert. Zunächst gab es eine Andacht mit besinnlichen Texten und Liedern, die von Natalie Kaufmann und der Country-Sängerin Elke Brooks vorgetragen wurden.

Im Anschluss an die Andacht berichteten Dieter Kunze und Dieter Farnung über die Geschichte der alten Kapelle, ehe Jan Frey als Auktionator eine Miniatur der Figur „Schwalbacher Reiter“ versteigerte, die der Verschönerungsverein gestiftet hatte. „Das war eine schöne Veranstaltung mit einem tollen Ergebnis“, freute sich Günter Pabst, der Schatzmeister des Verschönerungsvereins.

 

Einzig Vertreter der Katholischen Gemeinde fehlten. Michael Molter bedauert, dass er am Samstag verhindert war, hatte sich aber schon im Vorfeld entschuldigen lassen. Pfarrer Alexander Brückmann erklärte, es sei „keine Veranstaltung der Kirchengemeinde“ gewesen. Auch sei er nicht richtig informiert gewesen. „Ich wusste nichts von einer Spendenaktion.“ Grundsätzlich findet er „Spendenaktionen für gute Sachen“ aber gut.  Verwaltungsratsvorsitzender Michael Molter dankt alle Beteiligten ausdrücklich.

Er berichtet auch, wie es mit der Marienfigur weitergeht: Nach längerer Suche hat er einen Restaurator gefunden, der neue Hände für die Madonna modellieren kann. Dazu wird die Figur voraussichtlich Mitte September abgeholt und in der Nähe von Bamberg repariert. Ende Oktober soll sie dann wieder an ihrem Platz in der alten Kapelle stehen.

Die Höhe des Schadens beziffert Michael Molter auf rund 1.500 Euro. Da mittlerweile deutlich mehr Geld eingesammelt worden ist, will er mit dem Verschönerungsverein besprechen, wie das zusätzliche Geld am besten verwendet werden kann. Eventuell werden davon Sicherungsmaßnahmen bezahlt, die solche Vorfälle in Zukunft verhindern können. „Wir haben noch nicht entschieden, ob wir eine Überwachungskamera in der alten Kapelle installieren oder ob es vielleicht andere Möglichkeiten gibt.“

Die alte Kapelle ist derzeit noch geschlossen, weil laut Pfarrer Alexander Brückmann „noch einige Dinge“ erledigt werden müssen. Spätestens wenn die Figur zur Reparatur abgeholt worden ist, soll die Kapelle aber wieder geöffnet werden.

Hinweise auf den oder die Täter gibt es nach wie vor nicht. Die Katholische Gemeinde hat zwar Strafantrag gestellt. Die Ermittlungen der Polizei haben aber bisher noch keine Ergebnisse erbracht. MS

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