24. September 2020

Kreis baut Unterstützung für Hilfeempfänger aus – Kooperation mit Stiftung „Perspektive Wohnen“

„Mehr als nur Wohnungssuche“

Die Unterstützung von Empfängern von Sozialleistungen in Wohnungsfragen ist im Main-Taunus-Kreis neu aufgestellt worden. Der Kreis hat eine Vereinbarung für ein umfassendes Paket mit der Stiftung „Perspektive Wohnen“ in Eschborn geschlossen. Vereinbarungen mit anderen Trägern könnten folgen.

„Wir bieten damit eine umfassende Wohnungsnotfallhilfe“, erläutert der Sozialdezernent Johannes Baron. Es gehe nicht nur darum, Wohnungen zu finden, sondern auch bestehende Mietverhältnisse zu sichern. „Mit der Hilfe bei der Wohnungssuche ist es nicht getan. Am besten ist es, wenn eine Wohnung erst gar nicht gesucht werden muss“, meint Silke Becker, Geschäftsführerin der Trägerorganisation der Stiftung.
Johannes Baron zufolge will die Stiftung bei Schwierigkeiten zwischen Mietern und Vermietern helfen: „Der Einsatz eines unbeteiligten Dritten kann dazu beitragen, Spannungen zu lösen. Am Ende kann die Wohnung dann vielleicht gehalten werden.“ Das sei gegenüber dem bisherigen Angebot, nur bei der Wohnungssuche zu helfen, „ein völlig neuer Ansatz“. Wie Silke Becker erläutert, habe die Beratung in Konfliktfällen nicht nur für die Mieter, sondern auch für die Vermieter Vorteile: „Eine professionelle Begleitung kann das Mietverhältnis dauerhaft stabil halten.“
Darüber hinaus solle die Stiftung aber auch Menschen unterstützen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind und noch eine Wohnung suchen. Mehrere Hundert dieser Leistungsempfänger seien dringend auf Hilfe bei der Wohnungssuche angewiesen. Als Beispiel nennt er Alleinerziehende, ältere Menschen und Behinderte, Frauen aus dem Frauenhaus, Flüchtlinge oder auch Menschen, die einen Angehörigen verloren haben und nun ihre bisherige Wohnung nicht mehr bezahlen können.
Für die Unterstützung bei der Wohnungssuche hatte der Kreis bislang mit der Ökumenischen Wohnhilfe zusammengearbeitet. Sie hatte ihr Engagement Ende 2019 eingestellt. Der Kreis hatte die Gelegenheit genutzt, ein neues Konzept aufzustellen, das neben der Hilfe bei der Wohnungssuche auch Beratung rund um das Thema Wohnen umfasst. Johannes Baron zufolge hatte der Kreis das Konzept modulartig aufgebaut und auch anderen freien Trägern angeboten. Insofern könnten weitere Kooperationen folgen – entweder im Gesamtpaket oder nur in Teilen des Konzepts.
Näheres zur Stiftung „Perspektive Wohnen“ gibt es unter www.perspektive-wohnen.de im Internet. red

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