22. Oktober 2020

Die Buchtipps der Schwalbacher Zeitung

Lesestoff

Viel Historisches haben wir heute für Sie in unseren Buchtipps: Uta Seeburgs Debütroman „Der falsche Preuße“ ist ein historischer Krimi aus dem München um 1900. Ken Folletts neuer Schmöker „Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“ schildert die Vorgeschichte zum Weltbestseller „Die Säulen der Erde“. Zum Schluss „Das Erbe der Päpstin“ von Helga Glaesener, eine historische Geschichte über das Mädchen Freya, das sich im 9. Jahrhundert aufmacht, das Erbe der Päpstin Johanna zu verteidigen.

 

„Der falsche Preuße“

München zur Jahrhundertwende. Es ist die Zeit der pferdegezogenen Trambahnen, der riesigen Bierpaläste und der gebratenen Kapaune. Und es ist der Beginn einer jungen Wissenschaft namens Kriminalistik. Wilhelm Freiherr von Gryszinski zieht von Preußen nach Bayern, um als Sonderermittler für die Königlich Bayerische Polizeidirektion tätig zu werden und den Beamten Errungenschaften wie den Fingerabdruck und die Spurensicherung am Tatort näherzubringen.

Sein erster Fall: Ein stadtbekannter Bierbeschauer wird tot an der Isar gefunden – eingehüllt in einen kostbaren Federumhang, daneben der Abdruck eines Elefantenfußes. Gryszinski kommt bald einer Verschwörung nationalen Ausmaßes auf die Spur, die ihn vor eine unsägliche Wahl stellt: Ist er eher bereit, seine Ehre als bayerischer Beamter zu verletzen oder als preußischer Offizier?

Die Autorin Uta Seeburg ist Berlinerin und lebt in München, wo sie als Redakteurin bei einer Zeitschrift arbeitet. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin wohnt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Haidhausen. „Der falsche Preuße“ ist ihr erster Roman und Auftakt einer Krimireihe. 

Uta Seeburg: „Der falsche Preuße“
Harper Collins Verlag, 2020. 352 Seiten, 22 Euro.


„Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“

England im Jahr 997. Im Morgengrauen wartet der junge Bootsbauer Edgar auf seine Geliebte. Deshalb ist er der Erste, der die Gefahr am Horizont entdeckt: Drachenboote. Jeder weiß: Die Wikinger bringen Tod und Verderben über Land und Leute.

Edgar versucht alles, um die Bürger von Combe zu warnen. Doch er kommt zu spät. Die Stadt wird beinahe völlig zerstört. Viele Menschen sterben, auch Edgars Familie bleibt nicht verschont. Die Werft der Bootsbauer brennt nieder. Edgar bleibt nur ein Ausweg: ein verlassener Bauernhof in einem Weiler fern der Küste.

Während Edgar ums Überleben kämpft, streiten andere um Reichtum und Macht in England. Unter ihnen: der gleichermaßen ehrgeizige wie skrupellose Bischof Wynstan, der idealistische Mönch Aldred und Ragna, die Tochter eines normannischen Grafen.

Edgar, Ragna, Wynstan, Aldred – ihre Schicksale sind untrennbar miteinander und mit ihrer Zeit verbunden. Ihr Land, das England der Angelsachsen, ist eine Gesellschaft voller Gewalt. Eine Gesellschaft, in der selbst der König es schwer hat, Recht und Gerechtigkeit  durchzusetzen.

Ken Folletts Epos um den Übergang von dunklen Zeiten ins englische Mittelalter ist die Vorgeschichte zum Weltbestseller „Die Säulen der Erde“.

Ken Follett: „Kingsbridge – Der Morgen einer neuen Zeit“
Aus dem Englischen übersetzt von Dietmar Schmidt und Rainer Schumacher
Lübbe Verlag, 2020. 1024 Seiten, 36 Euro.


„Das Erbe der Päpstin“

Die junge Freya wird Zeuge, wie ihre von dänischen Wikingern entführte Mutter ermordet wird. Anschließend flieht sie gen Süden, getrieben von der Sehnsucht nach ihrem Großvater Gerold. Bald findet sie heraus, dass Gerold inzwischen in Rom lebt, als Schutzherr des Papstes.

Verkleidet schafft Freya es, im Jahr 858 in die Heilige Stadt zu gelangen. Doch dort muss sie mitansehen, wie Gerold während einer Prozession ermordet wird – und mit ihm der Papst, der in Wahrheit eine Frau ist: die kluge Heilerin Johanna. Freya beschließt, herauszufinden, wer hinter dem Mord an der Päpstin steckt, auch wenn sie damit übermächtige Feinde auf den Plan ruft.

Inspiriert vom Weltbestseller „Die Päpstin“ erzählt Helga Glaesener eine eigenständige Geschichte – wie das Mädchen Freya sich aufmacht, das Erbe Johannas zu verteidigen.

Helga Glaesner: „Das Erbe der Päpstin“
Rütten & Loening Verlag, 2020. 464 Seiten, 22 Euro.

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