26. November 2020

Die Buchtipps der Schwalbacher Zeitung

Lesestoff

In dieser Woche nimmt uns Stephen Frys „Helden“ mit in die Welt der antiken Götter. „Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte“ erzählt von einem Zusammenstoss der Kulturen, „Das Erbe der Welt“ zeigt unsere Welt von ihrer faszinierendsten Seite.

 

„Helden“

Nie sind monströsere Gefahren überwunden und rachsüchtigere Götter überlistet worden als in der griechischen Antike. Stephen Fry haucht den Sagen um Perseus, Herakles und Ödipus neues Leben ein. Ob Jason mithilfe von Medeas Zauber das Goldene Vlies stiehlt oder Theseus durch Ariadnes List den Minotaurus überwindet – mit seinem unnachahmlichen Humor holt Fry die klassischen Stoffe in unsere Zeit.

Er zeigt, dass hinter jedem Helden eine Heldin steht und dass es der Auflehnung der Helden gegen Zeus & Co. bedurfte, um der Welt von uns Menschen den Weg zu bereiten. Die englische Tageszeitung The Guardian schreibt: „Das Tempo ist lebhaft, die Witze sind urkomisch.“

Stephen Fry: „Helden“
Aus dem Englischen übersetzt von Matthias Frings
Aufbau Verlag, 2020. 461 Seiten, 26 Euro.

 

„Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte“

Wunderbar verrückt und respektlos komisch: Ein profitgieriger schwedischer Galerist, der für Geld über Leichen geht, trifft auf einen kenianischen Massai-Krieger, der nicht genau weiß, was Geld ist, dafür aber ein millionenschweres Gemälde besitzt, das von der deutsch-afrikanischen Künstlerin Irma Stern stammen könnte.

In seiner einzigartigen Erzählweise beschreibt Jonasson einen Kultur-Clash der Extraklasse und hält den Menschen den Spiegel vor. Wie in seinen bisherigen Weltbestsellern umgarnt Jonasson die Leserinnen und Leser mit seinem Ideenreichtum und zeichnet seine Figuren mit viel Witz und Charme.

Jonas Jonasson: „Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte“
Aus dem Schwedischen übersetzt von Astrid Arz
C. Bertelsmann Verlag, 2020. 400 Seiten, 22 Euro.

 

„Das Erbe der Welt“

Im Bildband „Das Erbe der Welt“ werden alle 1121 bisher zum Welterbe erklärten Kultur- und Naturmonumente sowie die 25 Stätten von der offiziellen „Tentative Sites Nominated“-Liste vorgestellt. Zu den neuesten Stätten zählen u.a. in Deutschland das Augsburger Wassermanagement-System sowie die zwischen Deutschland und Tschechien grenzüberschreitende Kulturerbestätte der Montanregion Erzgebirge/Krušnohofií, weiterhin die Hügel des Prosecco zwischen Conegliano und Valdobbiadene in Italien und der Nationalpark Vatnajökull auf Island.

Auf internationaler Ebene erhielten außerdem die Kulturlandschaft Budj Bim in Australien, sowie als Ensemble die Architektur des 20. Jahrhunderts unter Frank Lloyd White in Amerika eine Nominierung. Der Bildband enthält rund 2000 farbige Abbildungen sowie detailliertes Kartenwerk mit Piktogrammen zu sämtlichen Welterbestätten.

„Das Erbe der Welt“
Kunth Verlag, 2020. 696 Seiten, 56 Euro.

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