9. Dezember 2020

Leserbrief

„Aggressiver Vandalismus gegen wehrlose Behörde“

Zum Artikel „Wenig sauberhaft“ in der Ausgabe vom 2. Dezember erreichte die Redaktion nachfolgender Leserbrief. Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Wenn auch Sie einen Leserbrief veröffentlichen möchten, senden Sie ihn unter Angabe Ihrer vollständigen Adresse und einer Rückruf-Telefonnummer an info@schwalbacher-zeitung.de.

Auch wenn das Dienstfahrzeug seit geraumer Zeit farblich „aufgehübscht“ unter verstärkter Außenwirkung befördert wurde, sollte man sich gegenüber früher keinen höheren Erwartungen hingeben. Auch nicht an die hier völlig zu Recht geforderten Wochenenden zusätzlicher Präsenz – und die Vandalen wissen das. Sie wissen ganz genau zu welcher Zeit sie an welchem Ort unbemerkt und gefahrlos zuschlagen können. Und sie wissen darüber hinaus, dass sie im Falle eines in flagranti nichts weiter zu befürchten haben, dass sie ihren Namen sozusagen „aufsagen“ müssen. Da hilft auch keine weibliche Verstärkung. Gewöhnen wir uns also lieber an solche Bilder?
Bezüglich der Ursachenforschung für diesen Vandalismus, müssen wir natürlich tiefer blicken; das heißt regelrecht absteigen zu den Abgründen jener Verhaltensauffälligkeiten der entsprechenden Klientel. Die Ursprünge hierfür mögen mannigfaltig sein. Unterschiedliche persönliche Lebensumstände, mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz, oder andere soziale Härtefälle mit einhergehender Gruppendynamik mögen einige Beweggründe sein. Über allem schwebt jedoch letztendlich unser eigenes „Erwachsenen“-Versagen, welches geprägt ist durch ungenügende Vorbildfunktion von Disziplin, Rücksichtnahme gegenüber Mensch und Natur sowie sozialer Mitverantwortung.
Als Gesamtresultat aus beiden Faktoren steht somit ein aggressiver geradezu virulenter Vandalismus dem starren Korsett einer weitgehend wehrlosen Behörde gegenüber.
Vorbeugung durch vorbildliche Handlungsweisen einerseits sowie flexible, der jeweiligen Situation „erzieherischen“ und behördlichen Korrekturmaßnahmen andererseits, schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich unter entsprechend gesellschaftlicher Akzeptanz zu einer „Art-gerechten sowie Art-erhaltenden“ internen „Symbioselenkung“ für ein kollektives sowie kultiviertes menschliches Miteinander.

Herbert Ochs,
Schwalbach

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