19. Januar 2021

Weniger wildlebende Katzen

Die SPD Schwalbach möchte das Problem der unkontrollierten Katzenpopulation an der Wurzel packen. Sie hat deshalb einen Antrag auf „Erlass einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von freilaufenden Katzen im Gebiet der Stadt Schwalbach“ eingereicht.

Am 4. Februar wird den Sozialdemokraten zufolge das Kastrationsmobil des Landestierschutzverbandes Hessen im Tierheim am Arboretum zum Einsatz kommen. Der Tierschutzverein Bad Soden-Sulzbach habe es angefordert und um Hilfe gebeten, um die vielen unkastrierten Neuzugänge, die in den letzten Wochen dort gelandet sind (wir berichteten), unfruchtbar zu machen. Das ist laut der SPD eine extrem sinnvolle Maßnahme, „die es in jedem Fall zu unterstützen gilt – auch finanziell“.
Doch sind die Jungkatzen erst einmal beim Tierschutz gelandet, ist es nach Ansicht der Sozialdemokraten eigentlich schon zu spät. Viel sinnvoller sei es, dafür Sorge zu tragen, dass es gar nicht erst zu unerwünschten Würfen kommt. Zumal fast alle dieser Katzenwelpen gemäß der SPD aus verwilderten Populationen stammen, es sich also keineswegs um zutrauliche Haustiger handelt, die Interesse an einer Wohngemeinschaft mit Menschen haben. Somit seien fast alle dieser Katzen, selbst wenn sie kastriert sind, kaum vermittelbar und blieben stets ein Problem für den Tierschutz.
Die SPD Schwalbach geht deswegen einen Schritt weiter und verlangt nach einer „längst überfälligen“ Katzenkastrationsverordnung, wie sie sich bereits in immer mehr Gemeinden unterschiedlicher Größe bewährt habe. Diese würde von den Katzenhaltern verlangen, dass sie ihre Freigänger-Samtpfoten kastrieren. Damit gelte, dass nur mehr Tiere, die nicht mehr für weiteren Nachwuchs sorgen können, nach draußen dürfen. In nachweisbaren Einzelfällen könnten auch Halter finanziell unterstützt werden, die sich die Operation nicht leisten können. Gleichzeitig würden die vierbeinigen Ausflügler mit einem Mikrochip versehen und bei einem Haustierregister registriert.
Die Vorteile zum Wohle aller Beteiligten liegen laut SPD auf der Hand: So könnten keine Gruppen oder gar Kolonien verwilderter Hauskatzen und das damit verbundene Katzenelend entstehen. Herrenlose Katzen litten unter Krankheiten und Unterernährung, sie trügen auch zur Verbreitung von folgenschweren Krankheiten bei. Unkastrierte Katzen frei herumlaufen zu lassen, sei unverantwortlich.
Die Zeche für die „fragwürdige Freiheit“ der Tiere und ihrer Halter zahlen gemäß den Sozialdemokraten die zahllosen Tierschützer, die unermüdlich Tag und Nacht bei Wind und Wetter im Einsatz sind, um den Nachwuchs dann mit Katzenfallen mühsam einzufangen. Und das möglichst schnell, nämlich bevor auch der Nachwuchs schon wieder geschlechtsreif wurde und weitere Generationen in die Welt gesetzt hat. Die Kosten seien immens und lasteten auf den Kassen der Tierschutzvereine.
Die Forderung nach Kostenübernahme durch die Kommunen sei daher hilfreich. Aber ohne Katzenschutzverordnung mit Kastrationspflicht für „Freiläufer“ ist das Ganze nach Meinung der SPD ein Fass ohne Boden. Auch hier in Schwalbach seien unkastrierte Katzen unterwegs. red

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