8. Juli 2021

Raupenhaare sorgen für Hautausschläge und Reizungen der Atemwege

Immer mehr Eichenprozessionsspinner

So sieht ein Gespinst des Eichenprozessionsspinners aus. Die heimischen Raupen treten auch vermehrt in den Wäldern des Forstamtes Königstein auf. Foto: Forstamt Königstein

Auch in den Wäldern des Forstamtes Königstein, zu dem auch das Arboretum gehört, ist aktuell ein Verstärktes Auftreten von Eichenprozessionsspinnern zu verzeichnen. Deshalb werden Schilder an bekannten Befallsflächen aufgestellt.

Der Eichenprozessionsspinner ist eine heimische Art und kommt als solche an allen Eichen-Arten vor. Er ist ein natürlicher Teil des Waldes, aber seit einigen Jahren ist ein verstärktes Auftreten zu erkennen. Stark befallen sind meist freistehende, ältere Bäume am Waldrand. Vermehrt ist auch das Auftreten an Rad- und Wanderwegen festzustellen. Der Spinner ist ein Profiteur des Klimawandels, da sich das wärmeliebende Insekt bei steigenden Temperaturen leichter ausbreiten kann.
Zu erkennen sind derzeit die mit Raupen und Larvenhäuten gefüllten Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen. Dieser Befall stellt eine waldtypische Gefahr dar, die mit einem Waldbesuch verbunden ist. Aus diesem Grund besteht keine Pflicht zur Beseitigung der Nester. Darüber hinaus ist die Beseitigung aller Gespinste bei einem flächigen Befall im Wald gar nicht möglich.
Die Raupenhaare stellen bei Körperkontakt eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Es handelt sich um sehr feine Brennhaare, welche leicht brechen und deshalb auch im Unterholz und Bodenbewuchs vorhanden sind.
Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge, die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstamtes Königstein stellen Schilder an bekannten Befallsflächen auf, die auf die Gefahr hinweisen und informieren , dass das Betreten dieser Bereiche auf eigene Gefahr erfolgt.
Folgende Vorsichtsmaßnahmen sind in diesem Fall zu beachten: Grundsätzlich die Befallsstellen umgehen, auf den Hauptwegen bleiben, Raupen und Gespinste nicht berühren, sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren. Betroffene Kleidung gesondert waschen, empfindliche Hauptbereiche, wie beispielsweise Nacken, Hals und Unterarme, schützen, bei Auftreten von allergischen Symptomen den behandelnden Arzt oder Hautarzt aufsuchen.
„Bitte halten Sie sich an die se Vorsichtsmaßnahmen und melden Sie Nester an das Forstamt Königstein, besonders an Stellen wie zum Beispiel Spielplätzen, Bänken und Parkplätzen im Wald“, heißt es in einer Presseerklärung des Forstamtes, das per E-Mail an forstamtkoenigstein@Forst.Hessen.de kontaktiert werden kann. red

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