29. Juli 2021

Kreis informiert über Schattenseiten des World Wide Web und Beratungsangebote

Sucht aus dem Internet

Unter den Bedingungen von Corona ist die Suchtverleitung durch das Internet noch stärker in den Fokus der Beratungs- und Hilfsangebote im Main-Taunus-Kreis gerückt. Wie Kreisbeigeordneter Johannes Baron mitteilt, verleiteten Lockdown, Abstandsgebote und Distanzunterricht zu noch intensiverer Internetnutzung.

„Das Internet leistet in der Kommunikation gerade in solch schwierigen Zeiten hervorragende Dienste, aber wir dürfen auch nicht die Risiken unterschätzen“, erklärt Johannes Baron. Er stützt sich dabei auf Analysen und Statistiken des Zentrums für Jugendberatung und Suchthilfe.
Nach Angaben von dessen Leiter Dr. Wolfgang Mazur konsumieren junge Menschen Drogen vermehrt zu Hause, beispielsweise steige der Cannabis-Konsum. Das Internet verleite zum Konsum von Rauschmitteln, etwa durch verharmlosende oder verherrlichende Darstellungen in Videoclips. „Dieser Trend stellt die Beratung vor neue Herausforderungen“, sagt der Leiter des Zentrums für Jugendberatung und Suchthilfe. Dem begegne das Beratungszentrum nicht nur mit bestimmten Programmen, sondern auch mit verstärkten digitalen Beratungsangeboten.
Im vergangenen Jahr hätten sich knapp 2.600 Menschen an das Zentrum gewandt. Fast 1.200 seien über Präventionsprojekte erreicht und mehr als 900 eingehend beraten worden. Zielgruppen der Angebote seien vor allem Kinder, Jugendliche und so genannte Multiplikatoren wie Lehrkräfte oder Jugendgruppenleiter. Projekte in Schulen und Kindertagesstätten seien ebenso gelaufen wie ein Workshop zur Risikobeurteilung in Schulen. Multiplikatoren seien gezielt geschult worden.
Der Main-Taunus-Kreis werde die Zusammenarbeit mit dem Zentrum fortsetzen. Der Jugenddezernent Johannes Baron meint: „Wir wollen jungen Menschen im Main-Taunus-Kreis Unterstützung bieten, den Schattenseiten des Internets zu widerstehen und lieber die positiven Möglichkeiten des Netzes zu nutzen.“ Aber auch in Familien und Freundeskreisen solle der Internetkonsum thematisiert werden.
Das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe im Main-Taunus-Kreis wird im Auftrag des Kreises vom Verein Jugendberatung und Jugendhilfe (JJ) betrieben. Er unterhält in Hessen noch zahlreiche weitere Einrichtungen der Jugend-, Eingliederungs- und Suchthilfe. red

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