3. September 2021

7-Tage-Inzidenz steigt auf 120

Kreis überschreitet Warnstufe „Rot“

Schwalbach weißt aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 124 auf und liegt damit knapp über dem Kreisdurchschnitt. Grafik: MTK

Im Main-Taunus-Kreis gelten ab Montag weitere Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Wie Landrat Michael Cyriax und Kreisbeigeordnete Madlen Overdick mitteilen, hat der Kreis mit einer Inzidenz von 120 heute die nächste Stufe im hessischen Eskalationskonzept erreicht und wechselt von „Orange“ auf „Rot“.

„Wie bisher ändert sich bei den meisten Regelungen für Geimpfte und Genesene nichts“, unterstreicht Michael Cyriax. Overdick appelliert an die Bürger, die Regeln zu beachten und sich vor allem schnellstmöglich impfen zu lassen: „Wir müssen eine weitere Eskalation verhindern und die Pandemie endlich mit der Hilfe aller in den Griff bekommen.“

„Die Botschaft der Stunde ist: Impfen, impfen, impfen“ fasst Michael Cyriax zusammen. Geimpfte seien nach fachlicher Erkenntnis zwölfmal besser als Ungeimpfte vor Infektionen mit Corona geschützt. Impfungen sind weiterhin ohne Terminvereinbarung möglich, so Madlen Overdick: „Wir werden auch im September mit unserem Impfangebot in den Städten und Gemeinden präsent sein.“

Wie der Landrat und die Gesundheitsdezernentin erläutern, basieren die jetzt mit einer neuen Allgemeinverfügung eingeführten Beschränkungen auf Vorgaben des Landes. Das Land hält in dem Eskalationskonzept immer noch an der 7-Tage-Inzidenz als wesentliche Kenngröße fest.

Geimpfte, Genesene und Getestete haben nach wie vor  Zugang zu allen Veranstaltungen und Gaststätten und anderem. Bei Veranstaltungen dürfen jetzt in Innenräumen nur noch 100 Menschen teilnehmen, im Freien bis zu 200 – jeweils zuzüglich geimpfter und genesener Personen. In den Schulen müssen ab Montag auch am Sitzplatz Masken getragen werden und in Bussen und Bahnen sind FFP2-Masken Pflicht. Im Detail erläutert der Kreis die Regeln auf seiner Homepage www.mtk.org.

Bedenklich ist nach Einschätzung von Cyriax und Overdick besonders die Lage in den Alten- und Pflegeheimen und die Entwicklung in den jüngeren Altersgruppen. Es seien wieder mehr Corona-Infektionen und auch Todesfälle in den Heimen zu beklagen. In den vergangenen sechs Wochen seien rund 90 Bewohner erkrankt, zehn im Zusammenhang mit der Infektion gestorben. Neun Pflegekräfte seien infiziert, gewesen, darunter acht ungeimpft. Es sei unverantwortlich, wenn es Pflegekräfte gebe, die sich nicht impfen ließen. Der Kreis stehe im ständigen Kontakt mit den Heimen, alles zu tun, um das Risiko für die Bewohnerinnen und Bewohner zu senken.

Auch bei den zumeist noch ungeimpften jungen Menschen steigt die Zahl der Infektionen an. Aufgedeckt worden seien zahlreiche Infektionen durch die verpflichtenden Schultestungen. Treiber der Infektion im Kreis seien vor allem Reiserückkehrer gewesen, so der Landrat. Mittlerweile hätten sie das Virus in die Bevölkerung getragen, „sodass wir jetzt zeitversetzt die Folgen spüren“. Dadurch verbreite sich das Virus im privaten Umfeld.

Wenn die Inzidenz fünf Tage in Folge unter 100 sinkt, können die Beschränkungen wieder zurückgenommen werden. Der Landrat weist auch auf derzeitige Pläne beim Bund hin, die Inzidenz künftig nicht mehr als entscheidenden Wert für Beschränkungen zu nehmen. Da aber Einzelheiten dazu noch nicht beschlossen seien, gelte nach wie vor das Eskalationskonzept des Landes Hessen.

Lage in Schwalbach

In Schwalbach hat es seit gestern drei neue Fälle gegeben, so dass jetzt nach Angaben des Gesundheitsamts 29 Einwohnerinnen und Einwohner mit dem Sars-Cov2-Virus infiziert sind. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 124 leicht über dem Kreisdurchschnitt. Insgesamt hat es in Schwalbach bisher 720 Fälle gegeben. red

2 Gedanken zu „Kreis überschreitet Warnstufe „Rot“

  1. Zu dem Kommentar ist folgendes festzuhalten:
    auf der Seite des Landes Hessen steht im Moment folgendes:
    „Im Altersbereich, für den derzeit COVID-19-Impfungen zugelassen sind (mind. 12 Jahre alt), beträgt die 7-Tage-Inzidenz für Ungeimpfte, Teilgeimpfte oder jene ohne Angaben zum Impfstatus 272,3 pro 100.000. Für vollständig Geimpfte beträgt die 7-Tage-Inzidenz: 9,7 pro 100.000.“
    D.h. Ungeimpfte haben eine 28 x höhere Wahrscheinlichkeit positiv getestet zu werden und andere anzustecken als Vollgeimpfte. Das gilt auch für die Pflegeheime!
    In Bayern gab es ähnliche Zahlen.
    Das die Impfstoffe keinen 100% igen Schutz bieten ist bekannt, aber die Zahlen sprechen für sich.
    Vor ein paar Tagen sagte Herr Bouffier im TV, daß in Hessen 94% der Coronapatienten im Krankenhaus Ungeimpfte sind!
    Die Erfahrungen mit den Impfstoffen steigen jeden Tag. Man muss bedenken das die ersten 40.000 Probanden bereits letzten Sommer geimpft wurden!

  2. Zitat: „Es sei unverantwortlich, wenn es Pflegekräfte gebe, die sich nicht impfen ließen.“
    Fakt ist: Ein Impfling hat KEINE sterile Immunität. ALLE Impflinge können sich infizieren und das Virus weiter verbreiten. Impflinge sind NUR besser geschützt vor schweren Krankheitsverläufen. Impfen ist also ein Akt des Selbstschutzes und kein solidarischer Akt um andere zu schützen. Von daher können alle Geimpften in einem Pflegeheim (oder sonstiger Einrichtung) alle anderen anstecken. Ungeimpfte werden inzwischen als Sündenböcke aufgebaut, die mir Angst macht. Angst vor Progromen gegen Ungeimpfte, und dies in einer Stadt, einer Gemeinschaft, die sich gegen Rassismus ausspricht.
    In einer pluralen Gesellschaft, die mit ihren Ängsten umgehen kann, sollten wir in der Lage sein zu erkennen, wann die vermeintliche Lösung, ein Virus auszurotten, nicht funktioniert und dafür nicht nach Sündenböcken suchen. Da sollten wir doch aus den zahlreichen Beispielen der Geschichte mal gelernt haben. Es gibt einen anderen Lösungsansatz mit diesem und anderen Viren ein freudiges, lebendiges Leben leben zu können: kein „Mutterboden“ für diese Viecher zu sein. In den letzten 18 Monaten wurden viele Patienten nach ihrer Grundkondition untersucht und für die schweren Krankheitsverläufe gab es identische Voraussetzung: schwerer Vitamin D3 Mangel und/oder auch heftiges Übergewicht mit entgleistem Diabetes II. Wer dies für sich verhindert, schützt sich vor vielen Infektionen, weil das eigene Immunsystem gestärkt ist.
    Auch wurden die letzten 18 Monate weltweit viele Medikamente und Therapien gefunden welche die Viruslast von Anfang an klein halten, von der Mundspülung bis hin zu Ivermectin.
    Wann nutzen wir endlich mal unsere Phantasie und diesen Wissensfundus? Oder wollen wir weiter machen mit „noch mehr vom Selben“ bis wir täglich die Booster-Impfung erhalten?

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