8. November 2021

Elf Jugendparlamentarier auf bildungspolitischer Exkursion in Berlin

Per Rad die Hauptstadt erkundet

Das Schwalbacher Jugendparlament war zu Besuch in der Bundeshauptstadt Berlin. Foto: mag

Vom 28. bis 31. Oktober waren Jugendliche des städtischen Jugendparlamentes (JuPa) gemeinsam mit weiteren Interessierten auf bildungspolitischer Exkursion in Berlin.

Ein Besuch des Bundestages fiel leider aufgrund aktueller Beschränkungen aus. Dafür gab es für die elf Jugendlichen ein vielfältiges Ersatzprogramm, das Jugendbildungsreferentin Nadine Desoi auf die Beine gestellt hatte. Es startete mit einer Sightseeing-Tour auf dem Fahrrad, bei der wichtige Stationen der deutschen Geschichte thematisiert wurden und in deren Verlauf die Jugendlichen auch Informationen über das aktuelle Leben in Berlin erhielten. Längere Zeit verbrachte die Gruppe am Denkmal für die ermordeten Juden in Europa und am Mahnmal zur Bücherverbrennung.
Noch am selben Abend erfolgte eine Auswertung der vergangenen Legislaturperiode, da das Jugendparlament im November neu gewählt wird. Hierbei erfolgten ein Rückblick auf umgesetzte Vorschläge sowie ein Ausblick auf die Arbeit des künftigen Jugendparlamentes. Zudem wurde die persönliche Weiterentwicklung durch die jugendparlamentarische Arbeit in den Blick genommen.
Am Morgen des zweiten Tages besuchte die Gruppe den Geschichtsspeicher Fichtebunker. Ehemals als Gasometer erbaut, wurde aus dem Fichtebunker im Dritten Reich der seinerzeit modernste Luftschutzbunker für arbeitende Mütter und ihre Kinder. Der Touristenführer Gianni vermittelte auf spannende Weise Fachwissen zur Anlage, erzählte anschaulich von Schicksalen und von persönlichen Geschichten aus früheren Touren. Den Jugendlichen gelang ein kritischer Blick auf das damalige Zeitgeschehen, beispielsweise stellten sie Fragen zur Wirksamkeit der Anlage oder erkannten Faktoren, die weniger dem Schutz als vielmehr der Propaganda dienten. Mehrere äußerten nach der Tour, die bedrückende Atmosphäre im Bunker und die Vorstellung, dort selbst Schutz suchen zu müssen, würden ihnen noch lange in Erinnerung bleiben.
Nachmittags führte der Weg zur Kochstraße, wo in direkter Nähe zum Checkpoint Charlie das „TimeRide“ Museum liegt. Nach einer kurzen Einführung ins Zeitgeschehen des geteilten Berlins startete die Zeitreise mit einer „Virtual Reality-Brille“ als Audioguide. Die biografische Perspektive und die realitätsgetreue Darstellung machten den Besuch in dem Museum zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
Nach dem Abendessen schloss dieser Tag mit dem Besuch eines „ExitRooms“, einem interaktiven Rätselspiel, ab.
Am Sonntag trat die Gruppe die Heimreise mit der Bahn an und kehrte müde, aber glücklich aus Berlin zurück. red

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