29. März 2022

Schwalbacher Spitzen

Kriegstreiber wider Willen

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Es läuft gut mit der Betreuung der ukrainischen Flüchtlinge in Schwalbach: Etliche Privatpersonen, die Flüchtlingshilfe, der Verein Kindertaler, die Stadt, die Feuerwehr und das DRK bemühen sich nach Kräften, den Menschen zu helfen, die ihre Heimat im Osten meist überstürzt verlassen mussten.
Doch so gut es die Menschen in Schwalbach und ganz Deutschland auch mit den vielen Geflüchteten meinen. Es sind vor allem Deutschland und die anderen EU-Länder, die die Kriegsmaschine in der Ukraine unfreiwillig „am Laufen“ halten. Auf der einen Seite erhält die Ukraine jede Menge Waffen, um sich zu verteidigen. Auf der anderen Seite aber bekommt Russland täglich hunderte Millionen für Öl und Gas. Waffen für die eine Seite, viel Geld für die andere – Wie soll da der Krieg aufhören?
Wenn wir nicht wie zynische Zuschauer eines Boxkampfes enden wollen, müssen wir jetzt konsequent handeln: entweder die Ukraine aufgeben oder alle Geschäftsbeziehungen zu Russland schnell stoppen, inklusive der Einfuhr von Öl, Gas und Kohle. Auch wenn es weht tut: Es ist Zeit, sich zu entscheiden.

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2 Gedanken zu „Kriegstreiber wider Willen

  1. Zu den vorstehend geschilderten Sachverhalten bei Gas kommt hinzu, dass auch mehr als 50% des Rohöls das wir importieren und anschließend zu Diesel oder Benzin raffinieren ebenfalls aus Russland stammt. Wie Gas wohl pipelinegebunden. So viele Tanker können gar nicht von jetzt auf gleich in Umlauf gebracht werden.
    Bereiten wir uns schon mal auf autofreie Sonntage vor.

  2. Ja, die Zwickmühle ist groß. Doch angesichts der hohen Energieimporte aus Russland in die EU, und nicht nur nach Deutschland, ist das nicht mit ein paar Flüssiggastankern auszugleichen. Windräder und Solarpanele erzeugen auch kein Gas.

    Im Jahr 2020 betrug der Anteil russischen Gases am Gasverbrauch in
    Finnland 94 %, Lettland 93%, Bulgarien 77%, Deutschland 49%, Italien 46%, Polen 40% und Frankreich 24%.

    Dazu kommt, dass nicht nur die EU Erdgas aus Russland bezieht, sondern über die EU auch seit einigen Jahren die Ukraine selbst.

    Allein 50% des gesamten Gasimports in Deutschland wird für die Industrie und die Energieerzeugung genutzt. Im Sommer entlastet der wetterbedingte Rückgang des privaten Verbrauchs für die Heizung ein wenig.
    Möglicherweise nimmt Russland uns die Entscheidung durch einen Lieferstopp ja demnächst ab.

    Was dann folgt, hat Auswirkungen auf unser soziales Miteinander und es stellt sich die Frage, für wen unser Sozialhaushalt vorrangig da sein wird. Stetig neue Sonderhaushalte am eigentlichen Bundeshaushalt vorbei sind nicht die Lösung. Eine erhebliche Neuverschuldung zur Bewältigung der sozialen Verwerfungen auch nicht.
    Ob wir es uns dann neben allem ehrenamtlichen Engagement auch als Staat noch wirtschaftlich erlauben können, einzuladen, aufzunehmen und zu versorgen ist zumindest fraglich.
    Wer die Wochen vor Kriegsbeginn in der Ukraine aufmerksam diese Zeitung gelesen hat, dem wird nicht verborgen geblieben sein, dass wir auf kommunaler Ebene noch immer deutlich mit der Bewältigung der Flüchtlingsbewegungen der Jahre 2015 ff. beschäftigt sind.

    Die Ukraine kauft nach eigenem Bekunden mittlerweile Waffen auch selbst bei den Herstellern ein.

    Hoffen wir, dass der Schrecken bald ein Ende hat und die Ukrainerinnen und Ukrainer wieder zurück in ihre dann hoffentlich sichere Heimat können.

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