22. Juni 2022

Fernwärme: Grüne schlagen Gemeinschaftsunternehmen vor

„Vorteile für alle“

Die Schwalbacher Grünen fordern in einem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung ein „Joint Venture“ für das Heizkraftwerk in der Limesstadt zwischen der Stadt und dem Betreiber „e.on“.

Das Heizkraftwerk in der Adolf-Damaschke-Straße wird seine Energie laut den Grünen künftig „im Wesentlichen“ aus der kostenlosen Abwärme der am Kronberger Hang angesiedelten Rechenzentren beziehen. „Das ist gut und richtig so“, heißt es in einer Pressemitteilung der Ökopartei. Dennoch werde aber nach der bis zum Jahr 2027 vereinbarten Preisänderungsklausel der Fernwärmepreis im Wesentlichen nach den drastisch gestiegenen und möglicherweise weiter steigenden Gaspreisen berechnet. Das halten die Grünen für einen schlechten Deal für die Fernwärmekunden. Hinzu komme, dass durch die festgeschriebene Tarifstruktur mit starren Grundpreisen pro Quadratmeter weiterhin ein geringerer Energieverbrauch durch höhere Mischpreise „bestraft“ werde.
Es sei offensichtlich, dass die geltenden Rahmenbedingungen für das Heizkraftwerk unter den Vorzeichen des Klimawandels und der notwendigen Einsparung von fossilen Brennstoffen den gestiegenen und sich wandelnden Anforderungen nicht gerecht werde. Die immer wieder befristet vereinbarten Verträge über einen Zeitraum von zehn oder mehr Jahren stünden technischen Innovationen eher im Weg, könnten sich ändernde politische Rahmenbedingungen nicht vorhersehen und berücksichtigen.
Die Grünen erneuern deshalb ihren Vorschlag, dass die Stadt mit dem Heizwerkbetreiber „e.on energy solutions“ über ein Gemeinschaftsunternehmen verhandeln soll. Vorbild könnte ihrer Ansicht nach schon die für die Stadtwerke tätige WMT (Wasserversorgung Mai-Taunus GmbH) sein. Gesellschafter sind die Stadt und die SÜWAG und sie betreiben nun schon seit Jahrzehnten konfliktfrei und sehr erfolgreich die Schwalbacher Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung. In jüngerer Zeit seien noch der Betrieb des Naturbades und der Photovoltaikanlagen hinzugekommen. In einem solchen organisatorischen Rahmen könnten Investitionen laut den Grünen langfristig und nicht nur auf einen jeweiligen Ausschreibungszeitraum bezogen geplant werden. Außerdem sei man nicht darauf angewiesen, in Ausschreibungen vorab langfristige Festlegungen zu treffen, die sich schon nach wenigen Jahren als überholt herausstellen können.
„Bei einem Joint Venture mit dem Heizkraftwerksbetreiber kann man Synergien nutzen, zum Beispiel bei der Erstellung der Abrechnungen oder dem Leitungsbau. Die Stadt kann für Transparenz und gerechte Fernwärmepreise sorgen und die Weiterentwicklung des Heizwerkbetriebs jederzeit maßgeblich mitbestimmen. Sie ist nicht auf mühsame Ausschreibungen im Zehn-Jahres-Rhythmus angewiesen. Das Partnerunternehmen bringt dabei seine Expertise ein und trägt damit zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Es hat Planungssicherheit, die Investitionen sind langfristig abgesichert und nicht nur jeweils bis zum Ende einer laufenden Vertragsperiode. Es wäre eine für beide Seiten vorteilhafte Sache und das Ende der Querelen um die Fernwärmeversorgung in Schwalbach“, meint Arnold Bernhardt von der Grünen-Fraktion. red

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