14. Juli 2022

Die Buchtipps der Schwalbacher Zeitung

Lesestoff

Judith Mackrell schreibt in „Die Flapper“ über sechs Frauen, die zu Ikonen der „Roaring Twenties“ wurden. Melissa Harrison erzählt in „Weissdornzeit“ von vier Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch das gleiche suchen: einen Platz im Leben. Julie Caplin veröffentlicht mit „Das kleine Cottage in Irland“ den 7. Band ihrer „Romantic Escapes“-Reihe.

 

„Die Flapper“

Die 1920er Jahre versprechen einen Aufbruch in ein neues Leben. In den USA machen die Flapper von sich reden: junge Frauen, die kurze Röcke und kurzes Haar tragen und sich selbstbewusst über gesellschaftliche Konventionen hinwegsetzen. Sie verkehren in Jazzbars und Nachtclubs, trinken hochprozentigen Alkohol, rauchen, tanzen Charleston, Shimmy und Black Bottom und leben ihre Sexualität aus. Doch es geht diesen Frauen um mehr als nur Provokation: Es ist vor allem der Kampf um Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit in einer männerdominierten Welt. Mit dem Flapper ist der Typus einer neuen, „gefährlichen“ Frau geboren!

Die britische Autorin und Kritikerin Judith Mackrell erzählt in diesem reich bebilderten und spannend geschriebenen Buch von sechs Frauen, die zu Ikonen der „Roaring Twenties“ wurden: der Tänzerin und Sängerin Josephine Baker, der Schriftstellerin und Tänzerin Zelda Fitzgerald, den Schauspielerinnen Tallulah Bankhead und Lady Diana Cooper, der Publizistin und Verlegerin Nancy Cunard und der Malerin Tamara de Lempicka.

Judith Mackrell ist eine der wichtigsten Tanzkritikerinnen Großbritanniens und Autorin mehrerer Bücher, darunter die Biografie über die russische Ballerina Lydia Lopokova und ihren Mann John Maynard Keynes, die 2008 für den Costa Biography Award auf der Shortlist stand. Judith Mackrell lebt in London.

Judith Mackrell: „Die Flapper“
Übersetzt von Susanne Hornfeck und Viola Siegemund
Insel Verlag, 2022. 624 Seiten, 28 Euro.

 

„Weissdornzeit“

Vor Tagesanbruch an einem Maimorgen: Das Schwarz des Himmels geht in Blau über, der Duft des Weißdorns liegt in der Luft und die ersten Vögel singen, als es auf einer Landstraße zwischen zwei Feldern zu einem schrecklichen Unfall kommt – und die Schicksale von vier Menschen kollidieren.

Howard und Kitty sind nach dreißig gemeinsamen Jahren in London in das kleine Dorf Lodeshill gezogen. Während Kitty glücklich zu sein scheint, sehnt Howard sich nach dem pulsierenden Leben in der Metropole. Der Einzelgänger Jack war einst ein Rebell, der seit jeher nur eines will: in Freiheit leben. Nachdem er eine Haftstrafe wegen Hausfriedensbruchs abgesessen hat, macht er sich mit seinem Rucksack auf den Weg Richtung Norden. Jamie ist vor neunzehn Jahren in Lodeshill geboren. Seine Kindheit hat er damit verbracht, mit seinem Großvater angeln zu gehen und durch die Wälder zu streifen; heute träumt er davon, der dörflichen Enge zu entkommen.

Melissa Harrison ist Schriftstellerin, Kritikerin und Kolumnistin, u. a. für The Times, die Financial Times und den Guardian. Für ihren hochgelobten Roman „Vom Ende eines Sommers“ (DuMont 2021) erhielt sie den European Union Prize for Literature 2019.

Melissa Harrison: „Weissdornzeit“
Übersetzt von Werner Löcher-Lawrence
DuMont Verlag, 2022. 288 Seiten, 23 Euro.

 

„Das kleine Cottage in Irland“

Hannah hat genug von ihrem Single-Alltag in Manchester. Kurzerhand meldet sie sich bei einer renommierten Kochschule in Irland an, denn gutes Essen ist ihre große Leidenschaft. Bei einem Zwischenstopp in Dublin lernt sie den charmanten Conor kennen. Die beiden verbringen einen romantischen Abend, doch sich ernsthaft zu verlieben kommt für beide nicht in Frage. So reist Hannah am darauffolgenden Tag weiter ins beschauliche County Kerry, wo sie die nächsten drei Monate verbringen wird. Der Ort liegt idyllisch zwischen grünen Hügeln und atemberaubender Steilküste, jeder kennt hier jeden. Und schon bald merkt Hannah, dass sie Conor nicht vergessen kann – und dass Geheimnisse in Dublin nicht gut aufgehoben sind.

Julie Caplin lebt im Südosten Englands, liebt Reisen und gutes Essen. Als PR-Agentin hat sie in diversen Großstädten gelebt und gearbeitet. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben. In der Romantic-Escapes-Reihe sind bereits erschienen: „Das kleine Café in Kopenhagen“, „Die kleine Bäckerei in Brooklyn“, „Die kleine Patisserie in Paris“, „Das kleine Hotel auf Island“, „Der kleine Teeladen in Tokio“ und „Das kleine Chalet in der Schweiz“.

Julie Caplin: „Das kleine Cottage in Irland“
Übersetzt von Christiane Steen
Rowohlt Taschenbuch, 2022. 432 Seiten, 12 Euro.

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