26. Juli 2022

Schwalbacher Spitzen

Jeder muss handeln

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Wladimir Putin kann die deutsche Politik wortwörtlich auf Knopfdruck in Erregung versetzen. Er muss nur am Hebel ziehen und die Gasmenge verkleinern und schon schreien alle wild durcheinander, statt dem Aggressor mit Stärke und Entschlossenheit entgegen zu treten. Statt Russland zu signalisieren, dass wir im Zweifel auch ohne sein Gas und sein Öl irgendwie klarkommen, wird wahlweise das Bild von frierenden Bürgern oder das von geschlossenen Chemiewerken und Abertausenden Arbeitslosen bemüht. Jede dieser quälenden Debatten ist ein kleiner Sieg für Putin.
Auch die unnötige Diskussion um eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke trägt sicher nicht dazu bei, dass Deutschland auf der internationalen Bühne oder gar in Moskau ernst genommen wird. Es ist doch völlig klar, dass jetzt kein einziges Kraftwerk abgeschaltet wird, keines, das mit Nuklearbrennstäben läuft und keines, das mit Braun- oder Steinkohle läuft. Denn jede Kilowattstunde selbstproduzierte Energie ist im Moment ein strategisches Instrument gegen die russische Aggression. Die grundsätzlichen Argumente gegen fossile Brennstoffe und die Atomkraft gelten dabei natürlich weiter.
Statt zu jammern, zu lamentieren und zu debattieren, sollten wir alle handeln. Jeder einzelne kann schon jetzt Energie sparen, indem er zum Beispiel auf unnötige Autofahrten, exzessive Warmduschen, Klimaanlagen oder superkalte Getränke verzichtet. So lange Putin am Gashahn sitzt, wird die Freiheit tatsächlich in jedem Haushalt verteidigt, auch hier in Schwalbach.

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4 Gedanken zu „Jeder muss handeln

  1. Man hört gerade sehr viel in den Medien, wie einzelne Kommunen oder auch die Landesregierung Energie sparen wollen.
    Die Bandbreite ist groß: von Heizung runter drehen über Ausschalten der Denkmalbeleuchtung bis zum Umrüsten der Straßenlaternen auf LED-Technik.
    Mich würde interessieren, ob die Stadt Schwalbach sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat?
    Man hört nur ab und zu einige Vorschläge der Grünen, die nie umgesetzt werden. Hier schlägt die Parteipolitik jede so vernünftige Idee nieder.
    Was jeder Bürger machen kann, wissen wir mittlerweile. Es wäre auch gut wenn die Stadt mit gutem Beispiel vorankommen würde und etwas für die Umwelt und die Steuerzahler tun würde.

  2. An jedem Krieg wird viel verdient. Was Trump nicht schaffte hat nun (scheinbar) Putin erledigt: unsere Rüstungsausgaben steigen um 100 Mrd. Euro und wird schalten (fast) die russische Gaszufuhr ab. Da knallen die Sektkorken in der amerikanischen Rüstungs- und Gasfrackingindustrie. Können wir Putin zu einem anderen Handeln bewegen, wenn wir unseren Gasverbrauch „durch zu Tode sparen“ auf Null senken? Wohl kaum, denn andere Länder übernehmen gerne um sich aus Abhängigkeiten vom übermoralischen Werte-Westen zu lösen. Ein Werte-Westen dessen Doppelmoral diese Länder die letzten Jahrzehnte schmerzhaft zu spüren bekamen. Was können wir tun, um das Morden in der Ukraine zu beenden? Evtl. mal den alten Weisen zuhören wie z.B. Klaus v. Dohnanyi? …aber leider leben wir ja in Kulturzeiten wo alte Leute eher als dement und wirr wahrgenommen werden und nicht mehr als weise, an den Prüfungen des Lebens gereift. An Prüfungen wird es uns in naher Zukunft nicht mangeln.

  3. Dieses Verhalten eines Teils der Gesellschaft, wurde aus meiner Sicht, durch das „Angst-Schüren“ der Politik und den Massenmedien in den letzten 2 Jahren massiv gefördert.
    Zitat von Franz Josef Strauß
    „Wer die Menschen verwirrt, wer sie ohne Grund in Unsicherheit, Aufregung und Furcht versetzt, betreibt das Werk des Teufels.“

  4. Drei verbliebene Nuklearkraftwerke mit einer marginalen Stromzulieferung ins deutsche bzw. europäische Stromnetz. Der Green Deal mit Atomkraft größtenteils der maroden Atomkraftwerkinfrastruktur in Frankreich geschuldet, sonst würde wohl kaum noch eine Bank und schon gar kein Versicherer mehr solch ein Kraftwerk finanzieren bzw. den Betrieb absichern. Steinkohle bisher zu 50 % aus Russland, künftig gern aus China, Weltmarktführer oder auf langen Transportwegen aus Indonesien oder Australien.
    Nein, mit weniger Warmduschen, einem auf Slow laufenden Kühlschrank oder dem Ausschalten von klimatisierten Büros oder Privatwohnungen bei 35 Grad im Schatten lässt sich Putin sicher nicht beeindrucken.
    Die Heizkostenkommission der Stadt Schwalbach kann schon einmal überlegen, wie das mit Gas betriebene Fernheizwerk der Stadt die Anschlussnehmer über den Herbst und Winter bringt, möglichst bezahlbar.
    Da sind wir alle in der EU kalt erwischt worden.

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