22. November 2022

Fernwärme: Große Aufregung um hohe Abrechnungen und überhöhte Vorauszahlungen

Fernwärmekunden teils existentiell bedroht

Unglaublich viele Schwalbacherinnen und Schwalbacher wollten sich am Samstag beim Infostand der IG Fernwärme beraten lassen. Foto: IG Fernwärme

Über zweihundert Fernwärmekunden drängten sich am vergangenen Samstag in der oberen Passage des Limeszentrums am Infostand der Interessengemeinschaft, um Kopien Ihrer Jahresabrechnung überprüfen zu lassen. Die Menschen standen in einer langen Reihe an, warteten geduldig, bis sie an die Reihe kamen.

Es war schon ein ungewöhnlicher Menschenandrang, der schließlich auch Beamte der Eschborner Polizeistation auf den Plan rief. Die erkundigten sich dann offiziell nach der Ursache des ungewöhnlichen Menschenauflaufs, um sicherzugehen, dass alles seine Ordnung hatte.
Für die Fernwärmekunden ist aber nichts in Ordnung. Der Heizwerkbetreiber e.on hatte hohe Nachforderungen aus der sehr späten Abrechnung für das Jahr 2021 versandt und gleichzeitig spektakulär hohe Vorauszahlungen für die nächsten Monate gefordert. Viele Kunden sehen sich existenziell bedroht, nicht wenige sehen sich außerstande, Miete und die geforderten Wärmekosten für Ihr Zuhause aufzubringen.
Hauptkritikpunkte sind der im Vergleich zu anderen Versorgungsunternehmen sehr hohe Fernwärmepreis, die intransparente Rechnungsstellung und eine auffällig hohe Zahl von vermutlich fehlerhaft erfassten Wärmeeinheiten. Häufig wird der Verbrauch nicht ermittelt, sondern nur geschätzt.
Darüber hinaus sind die spektakulär hohen Vorauszahlungsforderungen nicht einmal ansatzweise erklärt, die Unterstützung durch die „Gaspreisbremse“ der Bundesregierung nicht berücksichtigt.
Nach Auswertung der ersten Abrechnungen lässt sich jetzt schon sagen, dass der Fernwärmepreis in Schwalbach deutlich höher liegt als anderswo. Die IG Fernwärme empfiehlt deshalb im Zweifelsfall, der Jahresabrechnung für das Jahr 2021 zu widersprechen, eine etwaige Einzugsermächtigung zu widerrufen und die Nachforderung nur unter Vorbehalt zu zahlen, den Vorauszahlungsforderungen zu widersprechen und die monatlichen Vorauszahlungen vorläufig geringer zu erhöhen als gefordert. Als Anhaltspunkt für die künftig zu zahlende Monatspauschale kann man vorläufig von einem zwölftel des für das Jahr geforderten Monatsbetrages ausgehen.
Schwalbacherinnen und Schwalbacher mit geringem Einkommen können sich wegen ergänzender sozialer Leistungen an die Stadt Schwalbach wenden. Die Interessengemeinschaft bietet weiterhin ihre Unterstützung an. Sie wird wie in den Vorjahren eine Überprüfung der Abrechnungen und einen Preisvergleich mit anderen Fernwärmeanbietern durchführen. Jahresabrechnungen können auf elektronischem Wege per E-Mail an arnold.bernhardt@t-online.de oder in Kopie an die Adressen Dr. Rainer Roßberg, Berliner Straße 38, an Arnold Bernhardt, Taunusstraße 20, oder an Dominko Andrin, Pommernstraße 75, übermittelt werden.
Der nächste Infostand der IG Fernwärme findet am kommenden Samstag, 26. November, von 10 Uhr bis 12 Uhr wieder am Oberen Marktplatz statt. Eine Informationsveranstaltung ist am 6. Dezember um 19.30 Uhr im Bürgerhaus geplant. red

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