29. November 2022

IG Fernwärme lädt zu einem Infostand am Samstag und zu einem Infoabend am Dienstag ein

„E.on versetzt Stadt in Angst und Schrecken“

Der örtliche Fernwärmeversorger e.on hat der Interessengemeinschaft (IG) Fernwärme zufolge mit der sehr späten Jahresabrechnung für das längst vergangene Abrechnungsjahr 2021 eine ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Durch hohe Nachzahlungsforderungen und „spektakulär hohe Vorauszahlungsforderungen“ fühlten sich viele Menschen existenziell bedroht, seien in Sorge, dass sie ihre Wohnung bei explodierenden Wärmekosten nicht mehr halten können.

Da hilft laut IG Fernwärme auch der richtige Hinweis von offizieller Seite, dass nun wenigstens der Dezemberabschlag vom Staat übernommen wird, nur bedingt weiter, wenn zu der Nachforderung aus der Jahresabrechnung ein um das Vierfache erhöhter Monatsabschlag kommen soll. Die Abrechnungen seien für den normalen Kunden kaum nachzuvollziehen, erforderten umfangreiche Internetrecherche und zahlreiche Rechenoperationen. Viele Kunden fühlten sich der Situation ausgeliefert.
Den Menschen unbegründete Ängste zu nehmen, die Dinge richtig einzuordnen, das gehe vielfach nur im persönlichen Gespräch. Deshalb bietet die IG Fernwärme die Infostände an den Wochenenden an, so auch diesen Samstag, 3. Dezember, von 10 bis 12 Uhr am Oberen Marktplatz. Ein Infoabend findet am kommenden Dienstag, 6. Dezember, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus statt.
Festzuhalten und immer wieder zu erläutern sind gemäß der IG Fernwärme folgende Feststellungen: Die e.on habe die Vorauszahlungen fundamental falsch und viel zu hoch berechnet. Die Unterstützung von staatlicher Seite im Rahmen der „Gaspreisbremse“ sei vollständig außer Acht gelassen worden. Tatsächlich sei aber die nun schon viele Wochen vor dem Abrechnungstag bekannte Deckelung des Gaspreises und des Fernwärmepreises bei mehreren nicht genau vorhersagbaren Faktoren die am besten bekannte und sehr genau einzuschätzende Größe. Den falsch berechneten Vorauszahlungen sollten die Fernwärmekunden widersprechen.
Die von der e.on in Anspruch genommene Preisänderungsklausel führe bei der Abrechnung des Jahresergebnisses 2021 zu Preisen, die weit über den Gestehungskosten liegen. 40 Prozent des Arbeitspreises würden von stark schwankenden Börsennotierungen für Gas bestimmt, obwohl die Lieferverträge mehrjährig vereinbart sind und kalkuliert werden. Ob solche Preisfindung zulässig ist und ob der verlangte Wärmepreis einer kartellrechtlichen Überprüfung standhalten würde, werde noch sorgfältig untersucht. Deshalb rät die IG Fernwärme auch, der Rechnungsstellung zu widersprechen und die Nachzahlung nur unter Vorbehalt zu leisten.
Die IG Fernwärme weist darauf hin, dass überhöhte Vorauszahlungen ab Januar 2023 nach der bisherigen Abrechnungspraxis der e.on erst im Herbst des Jahres 2024 abgerechnet würden. Das sei eine Zumutung für alle, die gerade in diesen Tagen mit ihrem Geld sparsam wirtschaften müssen.
Die Interessengemeinschaft bietet weiterhin ihre Unterstützung an bei der Überprüfung der Abrechnungen. Wer an dem diesjährigen Preisvergleich teilnehmen möchte, kann eine Kopie der Abrechnung noch direkt am Samstag beim Infostand von 10 Uhr bis 12 Uhr am Oberen Marktplatz abgeben. red

Ein Gedanke zu „„E.on versetzt Stadt in Angst und Schrecken“

  1. Ich habe die Vorauszahlungen von mir aus gekürzt, mit Verweis auf die Nichtberücksichtigung von Gas/Fernwärmepreisbremse und die Einmalzahlung im Dezember.
    Mittlerweile ist der Abschlag ab Dezember um fast 40% reduziert worden.
    Einfach mal im Kundenkonto EON Fernwärme nachschauen. Aktiv wurde die Abschlagsanpassung nicht kommuniziert.
    Da zum Zeitpunkt der Abrechnung 2021 und der Abschlagsfestsetzung ab Dezember 2022 die genauen Regeln und der genaue Zeitpunkt, ab wann die Gaspreis/Fernwärmebremse in Kraft tritt, nicht rechtssicher bekannt waren, mag dies zumindest für die extreme Abschlagserhöhung eine Erklärung sein. Hoffen wir, dass dies jetzt bei allen Fernwärmekunden umgehend berichtigt wird.
    BGM Immisch hat im Januar 2021 öffentlich erklärt, dass die Vertragsverlängerung mit EON unter der Voraussetzung erfolgte, dass die Fernwärmepreise in Schwalbach nicht über den durchschnittlichen Fernwärmepreisen in Hessen liegen dürfen. Dies ist von der Stadt mit EON jetzt für die Abrechnung 2021 (und alle folgenden) abzuklären und offen darzulegen.

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