24. Januar 2023

Zahlreiche Veranstaltungen anlässlich des Gedenktags der Opfer des Nationalsozialismus

Filme und Workshops

In diesem Jahr richtet sich der Arbeitskreis Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus mit seinen Veranstaltungen anlässlich des Gedenktags der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar gezielt an die junge Generation.

So wird die Stadtbücherei Schwalbach am Vortag des Gedenktags zum Kinosaal. Am Donnerstag, 26. Januar, ist dort um 16.30 Uhr der Spielfilm „Fannys Reise“ zu sehen. Der Spielfilm aus dem Jahr 2016 erzählt die Geschichte einer Gruppe von jüdischen Kindern, die 1943 versucht, vor der Deportation in die Schweiz zu fliehen. Als Vorlage diente die Biografie der 1930 in Baden-Baden geborenen Jüdin Fanny Ben-Ami.
„Fannys Reise“ beschreibt eine bewegende Geschichte über Mut, Stärke und Überleben, über ein junges Mädchen, das angesichts von Krieg und Flucht lernt, über sich hinauszuwachsen. In erstaunlich leichtem Ton wird gezeigt, was es bedeutet, wenn Kinder auf sich allein gestellt vor Gewalt flüchten müssen und greift damit ein hochaktuelles Thema auf. Der Film ist freigegeben für Kinder ab sechs Jahren. Der Eintritt ist frei.
Neben dieser öffentlichen Veranstaltung gibt es für Schülerinnen und Schüler von Albert-Einstein- und Friedrich-Ebert-Schule anlässlich des Gedenktags Schülerworkshops zum Nahostkonflikt. Auf Einladung des kommunalen Jugendbildungswerks arbeitet das Violence Prevention Network jeweils einen Vormittag mit den neunten Klassen der Friedrich-Ebert-Schule sowie mit den Klassenbeauftragten der neunten und zehnten Stufe aus der AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Albert-Einstein-Schule.
Nicht erst seit der aktuellen politischen Entwicklung in Israel birgt das Thema auch bei Jugendlichen in Deutschland ein großes Konfliktpotenzial. Teils überlagern persönliche Bezüge zum Thema eine sachliche Auseinandersetzung zum Nahost-Konflikt und manifestieren sich in starken Vorbehalten, Vorurteilen oder gar antisemitischen sowie antiisraelischen Ressentiments.
Hier setzen die Workshops an, die von erfahrenen Trainerteams durchgeführt werden. Sie greifen die verschiedenen Positionen auf und setzen sich mit deren Ursachen auseinander. Durch interaktive Methoden, Rollenspiele zu Konfliktszenen und die Einbeziehung der Biographien der teilnehmenden Jugendlichen werden bisherige Kenntnisse und Erfahrungen diskutiert und bearbeitet sowie neue Perspektiven dazugewonnen.
Eine weitere Veranstaltung anlässlich des Gedenktags fand am Montag im Kino Casablanca in Bad Soden statt. Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Albert-Einstein-Schule sahen in einer Schulvorstellung den Dokumentarfilm „Endlich Tacheles“. „Was hat der Holocaust heute noch mit mir zu tun?“ lautete die zentrale Fragestellung. In der Dokumentation tauchte ein junger Game-Designer in seine jüdische Vergangenheit ab, als er beginnt, ein Computerspiel nach den Erlebnissen seiner Großmutter zu entwickeln.
Im Anschluss an die Vorführung fand ein Filmgespräch mit Yaar Harell, dem Protagonisten des Films, statt. Dabei ging es unter anderem um die Fragen, wie der Holocaust sich auf jüngere Generationen von Nachkommen weiterhin auswirkt, wie die Erinnerung daran für heutige und zukünftige Generationen wachgehalten werden kann und welche Rolle Computerspiele und andere digitale Formate dabei einnehmen können.
Die Veranstaltung war der Auftakt zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit der Thematik. Der Leistungskurs Kunst der Stufe Q1 von Frau Struck-Kaßebaum möchte Kunstplakate zu der Thematik des Films entwickeln. Die Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit im Schwalbacher Bürgerhaus präsentiert werden.
Es ist die Zielsetzung des Arbeitskreises Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus, die Erinnerung an Demokratieverlust, Schrecknisse des Zweiten Weltkrieges, Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden und anderer Minderheiten zu wahren, um somit die Wachsamkeit gegenüber neueren Entwicklungen in der Gesellschaft zu stärken.
Im Arbeitskreis engagieren sich die Albert-Einstein-Schule, die Friedrich-Ebert-Schule, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Main-Taunus-Kreis, die Schwalbacher Kirchengemeinden, die Kulturkreis GmbH sowie die Stadt Schwalbach mit Jugendbildungswerk, Stadtbücherei, Öffentlichkeitsarbeit und dem Stadtarchiv. red

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