20. Mai 2016

Vortrag über Polen und seine ethnischen Minderheiten

Endlich anerkannt

Dr. Andrzej Kaluza beschließt mit einem Vortrag das diesjährige polnische Kaleidoskop. Foto: privat

Das 16. polnische Kaleidoskop endet mit einem Vortrag von Dr. Andrzej Kaluza vom deutschen Polen-Institut in Darmstadt zum Thema „Minderheit in Polen: Oberschlesien“.

Heute leben in Polen nur noch Splitter der einst zahlenmäßig stark vertretenen nationalen Gruppen. Die heutige Homogenisierung ist ein Ergebnis des zweiten Weltkrieges, des Holocausts und der neuen Grenzziehungen. Nur etwa 1,5 Prozent der polnischen Bevölkerung machen heute Vertreter nationaler und ethnischer Minderheiten aus.
Nach der Zeit der Volksrepublik bekennt sich das demokratisch legitimierte Polen seit dem politischen Umbruch zu seinen Minderheiten. Bereits 1990 setzte das Parlament einen Minderheitenausschuss ein, der in einer kritischen Reflexion die polnische Geschichte der letzten Jahrzehnte unter dem Minderheitenaspekt unter die Lupe nahm und die Annahme eines Minderheitengesetzes im Jahr 2005 bewirkte.
Nachdem nach 1989 die deutsche Minderheit in Polen, vor allem in Oberschlesien, anerkannt wurde, entwickelt sich in dieser Region eine lebendige „Oberschlesische Autonomie-Bewegung“, die mittlerweile auch politisch aktiv ist. Sie nimmt Bezug auf eine kulturelle wie politische Autonomie der Woiwodschaft Schlesien innerhalb des polnischen Staatsverbands. Ihre Bestrebungen, die Oberschlesier als ethnische Minderheit und den oberschlesischen Dialekt als eine eigenständige oberschlesische Sprache anzuerkennen, sind bis jetzt allerdings gescheitert.
Neben dem Schwerpunkt „Oberschlesien“ spricht Andrzej Kaluza auch allgemein zum Thema „Minderheiten in Polen“. Der Arbeitskreis Städtepartnerschaft Olkusz-Schwalbach verspricht einen interessanten Abend, der am Dienstag, 31. Mai, um 19.30 Uhr im kleinen Saal im Bürgerhaus beginnt. red

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