12. April 2017

Weltweite Anerkennung für den Schwalbacher Mathematiker Thomas Royen

Die Lösung kam beim Zähneputzen

Bereits vor fast drei Jahren gelang dem Schwalbacher Thomas Royen eines der komplexesten Mathematikprobleme der heutigen Zeit zu lösen. Doch erst jetzt wurde dem Mathematikprofessor im Ruhestand die verdiente Anerkennung zuteil.

Es war der 17. Juli 2014, als ihm morgens beim Zähneputzen plötzlich die Lösung für ein statistisches Problem eingefallen ist, das seit Jahrzehnten ungelöst war. Es handelt sich um die Gauß’sche Korrelationsungleichung, die erstmals in den 50er-Jahren formuliert worden war.
Seither haben Mathematiker auf der ganzen Welt versucht, sie zu beweisen. Keinem war es bis zu Royens Lösung gelungen. Obwohl das Problem unter Mathematikern viel diskutiert wurde, hat die Lösung des Schwalbachers lange nicht den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Und das, obwohl Thomas Royen sich ganz klassischer Methoden bedient hatte, die jeder Mathematikstudent verstehen sollte und darüber hinaus in Fachkreisen kein Unbekannter ist. Immerhin hat er seit 1978 rund 30 wissenschaftliche Veröffentlichungen gemacht und hat sogar einen eigenen Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia, was sicher nur ganz wenige Schwalbacher haben.
Doch er ist kein großer Netzwerker und hatte immer wieder eher schlechte Erfahrungen mit europäischen und amerikanischen Wissenschaftsverlagen gemacht. Erst als zwei polnische Mathematiker seinen Beweis im Dezember 2015 auf der Online-Plattform „arXiv“ veröffentlichten, erhielt Thomas Royen die internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung, die ihm gebührte.
Jetzt berichtete eine bekannte englischsprachige Wissenschaftszeitschrift über Royen und die Gauß´sche Korrelationsungleichung. Im Anschluss gab es fast einen kleinen Medien-Hype um den zurückhaltenden Schwalbacher Professor. Der Spiegel, die Welt, die FAZ und viele andere Zeitungen haben seit Mitte März über den Mann berichtet, der eines der schwierigsten Mathematikprobleme der heutigen Zeit gelöst hat, ohne dass es bemerkt wurde. red

 

 

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