13. Juli 2017

Leserbrief

„Paradiesische Zeiten für Mütter“

Zum Kommentar „Zeit zum Gegensteuern“ und den Leserbriefen in der Ausgabe vom 12. Juli  erreichte die Redaktion nachfolgender Leserbrief von Dr. Anna Baudendistel aus Schwalbach. Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Es besteht kein Anspruch auf Abdruck. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Wenn auch Sie einen Leserbrief veröffentlichen möchten, senden Sie ihn unter Angabe Ihrer vollständigen Adresse und einer Rückruftelefonnummer (beides nicht zur Veröffentlichung) an info@schwalbacher-zeitung.de .

Ich habe einen Traum. Ich bekomme für jedes meiner drei Kinder 1.600 Euro jeden Monat vom ersten Geburtstag bis zum 14. Weil ich sie Zuhause betreue, sie umsorge, ihnen Halt und Zuversicht vermittle, mittags ein Essen für sie koche, ihnen zuhöre, sie zum Training und zur Musikschule fahre und natürlich zum Üben anhalte, Nachhilfe gebe, Tränen trockne, Kompetenzen stärke, Kranke umsorge – eben so das tue, das empirischen Erkenntnissen nach am ehesten dazu führt, dass Kinder glücklich und schulisch erfolgreich werden.
Gleichzeitig könnte ich Geld zurücklegen, dass ich nicht in Altersarmut ende und nicht finanziell abhängig bin von meinem Mann. Das Geld würde sogar den fehlenden generativen Beitrag in den Sozialversicherungen ausgleichen.
Ich könnte meine Entscheidung, so meine Kinder zu begleiten, auch emanzipatorisch begründen, denn es wäre eine Erwerbstätigkeit und nicht nur minder anerkannte Familien/Care-Arbeit, zu der sich eine gebildete, emanzipierte Frau doch wohl nicht ernsthaft freiwillig entschieden hat?
Aber irgendwie klingelt es noch in meinen Ohren von dem vielen Geschrei im Land, als ich einen winzigen Betrag bekommen habe, weil ich mein Einjähriges nicht in eine Fremdbetreuung gegeben habe. Das ging ja gar nicht! Da bekam man ja Geld fürs Kinder kriegen. Für die Vorenthaltung von wichtiger sozialer Bildung. Für altertümliches Heimchen am Herd sein. Am Ende bekommen noch viele Leute viele Kinder und wir müssen die Schulen ausbauen. Und das jetzt für Über-Dreijährige? Zehn Mal soviel? Das wäre toll! Träumen ist schön.

Dr. Anna Baudendistel, Schwalbach

Ein Gedanke zu „„Paradiesische Zeiten für Mütter“

  1. Ein schöner Traum,es ist auch meiner.Ich habe meine Kinder auch selber betreut,trotz tollem Beruf.Habe es nie bereut,denn Probleme wie Trotz,Schul, Teeniephase, Alkohol,Drogen usw.kannte ich nicht.
    Jetzt stehen sie fest im Leben, und wir haben immer noch keine Probleme.
    Kinderzeit versäumt,dann sage ich nur,,Arme Eltern,,
    Mutig diesen Traum zu veröffentlichen,sehe schon die mitleidigen Blicke von oben herab. Respekt Frau Baudendistel

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