26. August 2017

Interview mit Hannes Jaenicke

„Schwalbach war definitiv eine gute Wahl“

Seit fast zehn Jahren dreht der Schauspieler Hannes Jaenicke viel beachtete Dokumentarfilme, die die Zerstörung der Umwelt und das mangelnde Bewusstsein für Nachhaltigkeit eindrucksvoll demonstrieren. Am Rande seiner Lesung in Schwalbach sprachen Claudia Ludwig und Mathias Schlosser für die Schwalbacher Zeitung mit ihm.

Was haben Sie gedacht, als Sie zum ersten Mal hörten, dass Ihre Eltern nach Schwalbach ziehen wollen?

Hannes Jaenicke: Ich habe das verstanden. Die sind ihr Leben lang umgezogen und wollten wieder zurück in ihre Heimat. Schwalbach kannte ich bis dahin überhaupt nicht. Aber es war definitiv eine gute Wahl.

Was gefällt Ihnen an Schwalbach?

Hannes Jaenicke: Also der Tankwart an der Shell-Tankstelle ist der Hammer. Der ist der freundlichste, hilfsbereiteste Mensch auf der Welt. Die Leute hier sind supernett und man merkt, dass Integration funktionieren kann. Der Hesse stresst halt nicht rum.

Sie fordern, dass gerade die Menschen in Europa nachhaltiger leben müssen. Was kann denn jeder Schwalbacher konkret tun?

Hannes Jaenicke: Wie hoch drehst du deine Heizung? Kaufst du PET-Flaschen? Wie lange lässt du das Wasser laufen? Trägst du Klamotten etwas länger? Brauchst du echt einen SUV? Es gibt 100.000 Dinge, die du tun kannst. Laut Boston Consulting treffen wir täglich 150 Entscheidungen, die die Umwelt betreffen. Es reicht schon, wenn man einige davon zu Gunsten der Nachhaltigkeit trifft.

Verzweifeln Sie da nicht manchmal an den Menschen?

Hannes Jaenicke: Das wäre die bequeme Variante. Dann würde ich nicht Dokumentarfilme drehen, sondern Golfbälle abschlagen. Ich tröste mich mit den Erfolgen, die es zweifellos gibt. Früher konnte man zum Beispiel nicht einmal die Hand in den Main oder den Rhein stecken, heute kann man darin baden.

Was ist ihr größter Wunsch für das kommende Jahr?

Hannes Jaenicke: Nachhaltigkeit ins Grundgesetz. Nachhaltigkeit als Schulfach ab der ersten Klasse. Die Verschmutzer bestrafen. Die, die es sauber machen, belohnen. Eigentlich ist alles super-easy.

Wie viel Frankfurter Bub steckt denn noch in Hannes Jaenicke?

Hannes Jaenicke: Isch kann nisch mer rischtisch babbeln. Ich bin in Frankfurt aufgewachsen, da war die Alte Oper eine Brandruine. Ich bin gerne hier, aber ich bin einfach schon zu lange weg.

Vielen Dank

Lesen Sie auch den Bericht „Mut tanken mit Hannes Jaenicke“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.