27. September 2017

Schwalbacher Chor wird Teil einer Theateraufführung zum Lutherjahr im Bürgerhaus

Chorsänger sind live dabei

Der Komponist Bernd Kaftan und Schauspielerin Irene Schwarz sind aus Köln zu einer Probe nach Schwalbach gekommen, um mit den Schwalbacher Sängern den Ablauf ihres Auftritts einzustudieren. Foto: Hermanowski

Eine ganz besondere Premiere wird die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Theaterreihe der Kulturkreis GmbH am kommenden Samstagabend um 20 Uhr im Bürgerhaus. Bei der Aufführung des Schauspiels „Ich fürchte nichts … Luther 2017“ werden Schwalbacher Sänger das N.N. Theater aus Köln bei der Aufführung musikalisch unterstützen.

Bereits im April startete Kulturkreischefin Anke Kracke einen Aufruf an alle Schwalbacher Chöre: Wer hat Lust, sich an einem Chorprojekt zum Lutherjahr zu beteiligen? „Ich fürchte nichts“, unter diesem Motto waren die Freiwilligen aufgerufen, sich Texte und Übedateien herunterzuladen und selbst einzustudieren. Von den 26 angemeldeten Sängern trauten sich letztlich noch 15 Schwalbacher an die Aufgabe heran und haben es bislang nicht bereut.
Der Kronberger Kantor Bernhard Zosel führte die Sänger mit viel Feingefühl und einer Menge Spaß durch die nur vier angesetzten Proben. Die gemeinsame Probe der Schwalbacher mit Komponist und Chorleiter Bernd Kaftan und seiner Schauspielkollegin Irene Schwarz vom N.N. Theater in Köln wäre allerdings fast ins Wasser gefallen: Das Navi hatte die Kölner zunächst nach Schwalbach im Lahn-Dill-Kreis gelotst, so dass die beiden erst verspätet im „richtigen“ Schwalbach eintrafen.
Wenn die Schwalbacher Sänger bis dahin dachten, ihre Aufgabe bestünde darin, nur als Backgroundchor begleitend Lieder zu singen, wurden sie jetzt eines Besseren belehrt und das „Ich fürchte nichts“ erhielt eine ganz eigene Note. Denn der Chor ist Teil des Schauspiels und während der ganzen Vorstellung mit auf der Bühne.
Die Sänger agieren mit den Schauspielern und skandieren als Bauernpöbel lautstark: „Würgen, stechen, man soll sie erschlagen, wie man einen tollen Hund erschlagen muss!“ Denn Deutschland im Jahr 1517 steht unter dem strengen Regime der katholischen Kirche und Luther entfacht einen Sturm, der in immer lauter werdenden Schreien nach Gerechtigkeit mündet.
Katharina von Bora, Cranach, Melanchthon, Thomas Müntzer und der Rabbi von Leipzig, sie alle finden sich in der komplexen Geschichte wieder, die die Zuschauer mitnimmt nach Worms, Rom, Wittenberg und Eisleben und von Bauernaufstand, Nonnenflucht, Ablasshandel zu den Zwiegesprächen führt, die der von chronischer Verstopfung geplagte Luther mit dem Satan auf der Toilette führte.
Mit dem Stück begibt sich das N.N. Theater auf die Spurensuche nach dem berühmten Reformator und Urvater des evangelischen Glaubens und erzählt mit einer Mixtur aus Slapstick, Humor, Tragik und Musik eine komplexe Geschichte über Politik, Religion, Liebe, Schuld und Zufall.
Das Theater beginnt am Samstag, 30. September, um 20 Uhr im großen Saal im Bürgerhaus. Um 19.15 Uhr findet in Raum 1 eine Einführung zum Stück statt. Die Bewirtung für diesen Abend übernimmt der FC Sportfreund Schwalbach. Karten gibt es bei Schließmann, im Reisecafé SelectedTravel oder an der Abendkasse. he

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