5. Oktober 2017

Der marokkanische Kulturverein lud zum Tag der offenen Moschee ein

Brücke zwischen Religionen und Kulturen

Zahlreiche Besucher zeigten reges Interesse beim Tag der offenen Moschee im marokkanischen Kulturverein. Foto: Rautert

Dass er in vorbildlicher Weise das öffentliche Leben in Schwalbach mitprägt, hat der eine oder andere Bürger schon mitbekommen. Aber in welcher Vielfalt, Intensität und Nachhaltigkeit sich der marokkanische Kulturverein dabei einbringt, erfuhren die Besucher des Tages der offenen Moschee am vergangenen Dienstag aus erster Hand in vielen Gesprächen mit dessen Repräsentanten.

„Gerade am Tag der deutschen Einheit wollen wir mit dem Tag der offenen Moschee Einheit in der Vielfalt demonstrieren, für eine offene integrierte Gesellschaft eintreten und einen Beitrag für ein demokratisches Miteinander der Kulturen und Religionen leisten“, erklärt Achmed El Kaddouri, der Vorsitzende des marrokanischen Kulturvereins.
Die Schwalbacher Initiative ist Teil einer seit 1997 jeweils am Tag der deutschen Einheit durchgeführten bundesweiten Aktion. Ziel des Tages der offenen Moschee ist, als Brücke Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen zu verbinden und ihnen Gelegenheit zum Austausch und zur Verständigung untereinander zu geben. Mehr als 1.000 Moscheen in Deutschland beteiligen sich jährlich an dieser Aktion, die 2017 unter dem Motto „Gute Nachbarschaft – bessere Gesellschaft“ stand. Dieser Titel spiegelt nicht nur den für Muslime hohen Stellenwert von Nachbarschaft, sondern thematisiert auch die aktuelle politische Diskussion und zielt auf ein friedliches Zusammenleben auf gesellschaftlicher Ebene.
Wie in den vergangenen Jahren folgten wieder etwa 100 Schwalbacher, darunter auch Bürgermeisterin Christiane Augsburger, über den Tag verteilt der Einladung des Vereins in dessen Gemeindezentrum, das auch die Gebetsräume enthält. Dort war für ein interessantes Programm mit einem Kalligrafen, Handbemalung mit Henna, orientalischer Musik und einem reichhaltigen Angebot an Speisen und Getränken gesorgt. Intensiv wurde aber vor allem die Gelegenheit genutzt, sich über die Aktivitäten des Kulturvereins und die diversen Facetten des muslimischen Gemeindelebens zu informieren.
Der ehemalige Kindergarten in der Frankenstraße 38 präsentiert sich heute als schmuckes Haus der Begegnung, wofür die mittlerweile etwa 114 Mitgliederfamilien in Eigenregie gesorgt haben. Vielmehr finden in den Räumlichkeiten des Vereins viele sinnvolle Aktivitäten statt: muttersprachlicher Unterricht in arabischer Sprache, Nachhilfe in diversen Schulfächern, Tage der offenen Tür, Feste, interkulturelle Wochen sowie interreligiöse Arbeitskreise. „Insbesondere mit unserem Angebot für Jugendliche wollen wir dazu beitragen, den jungen Leuten eine Zukunft mit Perspektiven zu bieten“, erläutert Achmed El Kaddouri.
Darüber hinaus bietet der Verein ein- bis zweimal jährlich Schülern aus Schwalbacher Schulen die Chance, unter dem Titel „Marokko am Taunus““ marokkanisches Leben kennenzulernen und beim Trommeln, Kochen und Backen, Verkleiden sowie einem rudimentären Sprachunterricht Vorurteile abzubauen. Die Kooperation mit der Deutsch-Ausländischen Gesellschaft Schwalbach (DAGS) eröffnet dem Verein weitere Möglichkeiten, etwa die Organisation von Reisen nach Marokko. Zahlreiche Spendenaktionen des Kulturvereins und die Mitwirkung bei städtischen Initiativen, wie Altstadtfest, Stadtputzfest oder dem Sommerfest der Flüchtlingshilfe runden die Aktivitäten des marokkanischen Kulturvereins ab.
Kein Wunder, dass der Verein und sein wertvolles Wirken auch von städtischer Seite gewürdigt wird. Am 15. Dezember erhält Vereinsvorsitzender Achmed El Kaddouri den Elmar-Spyglass-Preis der Stadt Schwalbach. hr

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