4. Dezember 2019

Schwalbacher Spitzen

Die Zeit läuft

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Jetzt ist wieder die Zeit, in der Kalender Hochkonjunktur haben – ganz gleich, ob im Taschenformat, als Heftchen, zum Abreißen, als DIN-A-4-Karton oder in Hochglanz mit tollen Fotos oder Bildern. Das Tierheim im Arboretum gibt genauso einen heraus wie der Main-Taunus-Kreis.
Aber wer hängt eigentlich all die Kalender auf? Und vor allem: Wer schaut auf einen gedruckten Kalender, um zu erfahren, welcher Tag gerade ist? Der Wochentag ist doch schließlich das erste, was man sieht, wenn man das Knöpfchen am Smartphone drückt und der Bildschirm erleuchtet. Und wenn es um die Terminplanung geht, haben eigentlich alle irgendwelche Programme zur Verfügung, die das schnell und sicher erledigen.
Doch eine App kann man nicht anfassen. Nein, ein Kalender, der unverrückbar an der Wand hängt, strahlt eine ganz andere Autorität aus als ein Mini-Icon auf dem Display, das gelegentlich mit einem nervigen Klingelton den nächsten Termin verkündet.
Digitalisierung hin oder her: Wer über Kalender diskutieren will, der stellt auch Armbanduhren, Kochbücher und Fotoalben in Frage – oder wöchentliche Zeitungen.

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