3. Juli 2020

MBS verabschiedete die Abschlussklassen

Zeugnisvergabe im Corona-Stil

Blick vom ersten Stock auf die Klasse 10R3, die sich mit Abstand und Zeugnissen und Rosen in der Hand zu einem ungewöhnlichen Gruppenfoto im großen Schulhof aufstellte. Foto: Schöffel

Für sechs Klassen endete jetzt die Schulzeit an der Mendelssohn-Bartholdy-Schule (MBS). Die akademische Feier in großem Rahmen fiel Corona-bedingt aus. Die Klassen wurden an drei Nachmittagen in kleinen Gruppen verabschiedet.

Was haben sich manche Schulen nicht alles einfallen lassen, um die Abschlussklassen in Corona-Zeiten würdig zu verabschieden. Von großen Abschlusspartys in Aulen, auf Schulhöfen oder in Bürgerhäusern konnten die Jugendlichen, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitung angesichts der Hygieneregeln nur träumen. Denn Abstand halten erfordert Platz. Auch die MBS hatte sich Gedanken gemacht, ihre Abgänger in einem würdigem Rahmen zu entlassen. Dazu hatten Schulleitung, Kollegium und Hausmeisterei den kleinen Schulhof, der zum Eichwald hin geöffnet ist, ausgesucht und mit einem Podium und genügend Sitzbänken in gebührendem Abstand vorbereitet.
Schon in der Einladung stand, dass die Schüler mit ihren Eltern „das Schulgelände durch das Tor am Eichwald betreten und die nummerierten Sitzplätze im Innenhof einnehmen sollen. So wurden am vergangenen Freitagnachmittag die drei Realschulklassen verabschiedet, allerdings in sechs Gruppen aufgeteilt. Somit war gewährleistet, dass die Abstandsregeln eingehalten werden konnten. Denn jeweils nur ein halbe Klasse nahm nach einem streng getakteten Zeitplan im kleinen Schulhof Platz, auf dem eine ungewohnte Stille herrschte, die man sich noch bei der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse Anfang Februar kaum hätte vorstellen können.
Da wurden noch Pläne für Partystimmung mit Reden, Livemusik, Spielen und kleinen Streichen geschmiedet. Auch ein gemeinsames Frühstück an einer langen Tafel im Schulhof stand auf dem Aktionsprogramm. Dass dennoch keine allzu sterile Atmosphäre aufkam, dafür sorgten musikalische Beiträge am Klavier und mit der Gitarre. Dann sprachen fast im Minutentakt Schulleiter Lothar Hennig, die Vorsitzende des Schulelternbeirates, Nicole Benk, sowie die Klassenlehrer Silvia Borchert (10R1), Manuel Treutlein (10R2) und Jochen Breitenbach (10R3). Allen Rednern war anzumerken, dass sie in dieser schwierigen Situation, in der sich der Schulalltag gerade befindet, bemüht waren, die richtigen aufmunternden Worte zu finden.
Auch der Gymnasialzweigleiter Manfred Bauer – bekannt für seine launigen Akzente – passte seine Worte der Stille an. „Es wirkt auf Außenstehende schon befremdlich, wenn bei einer feierlichen Zeugnisübergabe am Ende einer beschwerlichen Schulzeit die Emotionen nur mit angezogener Handbremse herausgelassen werden können”, sagte Schulleiter Lothar Hennig zu Beginn seiner Ansprache. „Das akribische Führen einer Anwesenheitsliste mit wenigen geladenen Gästen je Schüler, die Übergabe der Zeugnisse aus großer Entfernung und vor allem das Vermeiden von Umarmungen und Berührungen jeglicher Art in so wichtigen emotionalen Momenten ist für uns alle fremd und für manche nur schwer zu ertragen”, führte Hennig weiter aus und hatte damit allen Anwesenden aus dem Herzen gesprochen.
Auch ging er auf die schwierige Lehr- und Lernsituation seit Mitte März ein. So hätten die Schülerinnen und Schüler mit der Vorbereitung der Lehrkräfte auf den Abschluss auf vieles verzichten müssen, wie beispielsweise die Abschlussfahrten. „Dennoch habt ihr gute Abschlussprüfungen geleistet”, lobte der Schulleiter und wünschte den Abgängern Zuversicht und Stärke für den weiteren Lebensweg.
Übergeben wurden dann die Zeugnisse durch die Klassenlehrer jeweils in Kleingruppen, so wie sie auch im Präsenzunterricht gelernt hatten. Und in kurzen Reden sollten sich auch die Klassenlehrer von ihren Klassen verabschieden. Alle blickten im Telegrammstil auf sechs Realschuljahre zurück, waren stolz auf ihre Klasse und mussten die Zeugnisse doch ohne persönlichen Handschlag aushändigen.
Anschließend gab es doch noch die Gelegenheit für einen Kleingruppen-Fotostopp auf dem großen Schulhof, während im kleinen Innenhof die nächste halbe Klasse zur Verabschiedung zusammenkam. gs

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