12. August 2020

Die Grünen im Main-Taunus-Kreis wollen intelligentes Wassermanagement einführen

Trockenheit wird zum Dauerproblem

Sommertemperaturen weit über 30 Grad werden zur neuen Normalität, so die Prognose von Meteorologen. Das größte Problem sei jedoch die anhaltende Trockenheit, auch im Rhein-Main-Gebiet. Deshalb fordern die Grünen im Main-Taunus-Kreis ein intelligentes Wassermanagement, das nachhaltig wirkt.

Wenn endlich der ersehnte Regen kommt, geht dies oft mit starken Unwettern und extremen Regengüssen einher. Der ausgetrocknete Boden kann das Wasser nicht aufnehmen und es gelangt ungenutzt in die Bäche und Abwasserkanäle und verursacht immer öfter auch Schäden an Gebäuden.
Das Trinkwasser wird knapp, der Grundwasserspiegel sinkt, die Bäche führen wenig bis gar kein Wasser – viele Städte und Landkreise haben aktuell bereits den Wassernotstand ausgerufen. Auch der Main-Taunus-Kreis hat bereits eine Verfügung erlassen und die Wasserentnahme aus Bächen untersagt. Unser Trinkwasser kommt überwiegend aus dem Hessischen Ried und dem Vogelsberg, aber auch dort ist die Wasserförderung nicht unbegrenzt möglich.
„Deshalb sagen wir: Es reicht nicht in Krisenzeiten wie aktuell zum Wassersparen aufzurufen, sondern wir brauchen ein intelligentes Wassermanagement, das nachhaltig wirkt“, meinen die Vorsitzenden des Grünen Kreisverbands Bianca Strauss und Thomas Nordmeyer. Ein erster wesentlicher Schritt hierfür sei, die Neubildung von Grundwasser zu verbessern, indem Entsiegelungsprogramme aufgelegt werden und Regenwasser zurückgehalten werde. „Der Wasserabfluss wird unter anderem stark beeinflusst von der Gestalt der Gräben und Bäche. Die Renaturierung der Fließgewässer ist für ein nachhaltiges Wassermanagement wichtig oder auch durchlässige Vorgärten. Diese müssen erhalten und nicht zu Parkplätzen umgebaut werden. Denn das verschärft den Wassermangel weiter.“
Es werde den Grünen zufolge zunehmend wichtiger mit der lebensnotwendigen Ressource Wasser sparsamer umzugehen. Der Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Deutschland liegt bei 123 Litern am Tag, davon brauchen wir nur etwa fünf Liter für Trinken und Kochen. Der Rest wird für Körperpflege, Wäsche waschen, Toilettennutzung, Putzen und Gartenbewässerung verbraucht.
Gerade unser Umgang mit dem Trinkwasser im Außenbereich wird sich an die geänderten klimatischen Verhältnisse anpassen müssen. Viele Gartenbaubetriebe haben sich bereits umgestellt und empfehlen Pflanzen mit geringem Wasserbedarf – anstatt englischem Rasen wird eine artenreiche Trockenwiese angelegt.
Die Grünen im Main-Taunus-Kreis wollen unter anderem kommunale Image- und Förder-Programme zum sicheren und nachhaltigen Umgang mit Wasser unterstützen. „Wir wollen uns weiter für Flächenentsiegelung und Gewässerrenaturierungen stark machen“, kündigt Karin Schnick, Vorsitzende der Grünen im Kreistag, an. „Wir wollen erreichen, dass die Fördermöglichkeiten für Dach- und Fassadenbegrünungen besser und leichter genutzt werden können, dass Regenrückhaltung durch Zisternen verbreitet angewendet wird.“ Durch die verstärkte Nutzung von Brauch- und Grauwasser zur Bewässerung von Bäumen und Grünflächen, könne zudem wertvolles Trinkwasser eingespart werden.
„So schnell, wie möglich sollte nach dem Beispiel von Oberursel und Kronberg auch in unseren Main-Taunus-Kommunen eine Trinkwasser-Ampel eingeführt werden.“ Das schaffe Transparenz und bei den Verbrauchern das nötige Bewusstsein, dass alle gemeinsam aktiv zur Reduzierung des Wasserverbrauchs beitragen können. Bianca Strauss und Thomas Nordmeyer wissen: „Der Wassermangel könnte auch bei uns im MTK zu einem größeren Problem werden. Wir sehen es als gemeinschaftliche Aufgabe, das zu verhindern und es ist die Aufgabe der Politik, hier den Rahmen zu setzen.“ red

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