2. September 2020

Kritik am HTV: Schwalbacher Tennisclub fürchtet um die Zukunft des Tennissports in den Vereinen

„Neue Regeln sind unfair“

Der TC Schwalbach übt heftige Kritik am hessischen Tennisverband (HTV). Der Verein, der zu den größten Tennisclubs im Bundesland zählt, fürchtet durch neue Regeln in den Medenspielen Wettbewerbsverzerrungen.

Der TCS ist verärgert, weil der Verband einerseits Vereine lobt, die es wie der Schwalbacher Club schaffen, aus der eigenen Jugendarbeit heraus sowohl den Breitensport als auch den Leistungsbereich zu verstärken und ein Clubleben anbieten, dass Jung und Alt dauerhaft zusammenbringt. Auf der anderen Seite würden die neuen Regeln genau das gefährden.
„Kein anderer Verein in der Region schafft es aus ‚eigener Kraft‘, mit eigenen Spielern aus dem laufenden Trainingsbetrieb, in fast allen Altersklassen auf Wettbewerben anzutreten und erfolgreich zu sein“, heißt es in einer Pressemitteilung des TC Schwalbach. Nicht nur Erfolge, sondern auch das gesellige Beisammensein ist ein zentraler Baustein des Tennissports und eines aktiven Vereinsleben. Das wird beim TC Schwalbach traditionell auch nach jedem Medenspiel gepflegt.
„Doch seit einiger Zeit bemerken wir eine ganz neue Entwicklung, die all die gut gemeinten Ziele des hessischen Tennisverbands vollkommen in Frage stellt. Und diese werden interessanter Weise vom HTV voll implementiert und gerechtfertigt“, heißt es seitens des TC Schwalbach.
Eine Regelung besagt, dass Teams aus vier oder sechs Spielern sich in den jeweiligen Altersklassen und unterschiedlichen Ligen miteinander messen können. Sowohl Breitensportler als auch Leistungsspieler finden hier Gegner auf ihrem Niveau und können für sich und für ihren Verein antreten. Dies bildet ein Gemeinschaftsgefühl und gleichzeitig eine sportliche Herausforderung für jeden. Gespielt wir über mehrere Begegnungen mit anderen Vereinen und zum Schluss stehen Sieger fest, die in die nächsthöhere Liga aufsteigen und die in der Platzierung Letzten steigen ab.
Nun führen dem TC Schwalbach zufolge vorrangig zwei Regeländerungen dazu, dass Vereine, die in den höheren Ligen noch mitspielen wollen, Großsponsoren suchen müssen, die dann Spielereinkäufe finanzieren. Es dürfen nun zwei ausländische Spieler in einem sechser Team eingesetzt werden. Das sind meist keine Spieler, die vor Ort wohnen und dem Verein angehören, sondern diese Spieler werden aus dem Ausland eingekauft. Sie sind meist nicht im Vereinsleben integriert und zahlen oft keine Vereinsmitgliedsgebühren. Für den TC Schwalbach stellt sie hierbei die Frage, ob das noch faire Wettkampf-Bedingungen sind.
Dem TC Schwalbach zufolge unterstützt der HTV nicht den fairen sportlichen Wettkampf und auch nicht die Förderung der eigenen Spieler in den einzelnen Vereinen. Ebenso wenig setze er auf gute ausgebildete Trainer. Der HTV setzt laut dem TC Schwalbach stattdessen auf eine Zukunft von Vereinen, die sich Erfolg nicht hart erarbeiten müssen, sondern kaufen können oder sich zwar regelkonform aber ganz und gar nicht fairen Sportsgeist entsprechend eine überqualifizierte Mannschaft in die Entscheidungsmatches schicken. „Jeder, der in einem Tennisverein Mitglied oder gar Spieler ist, sollte sich dieser Zielvorstellung annehmen und sie hinterfragen. Wollen wir das wirklich so“, fragt sich der Vorstand des Schwalbacher Tennisclubs. red

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