1. Oktober 2020

Die Buchtipps der Schwalbacher Zeitung

Lesestoff

Der französische Gesellschaftsroman „Menschliche Dinge“, der packende Krimi „Das Grab im Moor“ sowie das Kinderbuch „Die Tierpolizei“ sind in dieser Woche unsere Buchtipps für Sie.


„Menschliche Dinge“

Die Farels sind schön und reich, haben Einfluss und Macht: Jean Farel ist ein prominenter Fernsehjournalist, seine Frau Claire eine Intellektuelle, bekannt für ihr feministisches Engagement. Ihr Sohn Alexandre, gutaussehend, sportlich, eloquent, studiert an einer Elite-Uni. Eine Familie wie aus dem Bilderbuch, könnte man meinen.

Doch eines Morgens steht die Polizei bei den Farels vor der Tür, eine junge Frau hat Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet. Die glanzvolle gesellschaftliche Fassade zeigt gefährliche Risse.

Inspiriert vom „Fall Stanford“ und vor dem Hintergrund der #MeToo-Debatte, erzählt Karine Tuil in „Menschliche Dinge“ von den Auswüchsen einer Gesellschaft, die auf Leistung und Selbstdarstellung getrimmt ist, in der sich jeder nimmt, was er haben will. 

Karine Tuil: „Menschliche Dinge“
Aus dem Französischen übersetzt von Maja Ueberle-Pfaff
Claassen Verlag, 2020. 384 Seiten, 22 Euro.


„Das Grab im Moor“

Die Suche nach dem geheimnisvollen Erbe ihres Großvaters führt eine junge Engländerin in die schottischen Highlands: Auf einer provisorischen Karte ist ein Ort mitten im Moor markiert. Dort stößt sie auf ein erstaunlich gut erhaltenes amerikanisches Motorrad, Baujahr 1944 – und auf eine männliche Leiche deutlich jüngeren Datums.

DCI Karen Pirie, spezialisiert auf „Cold Cases“, ist eigentlich wegen eines anderen Falles in der Gegend, doch der Tote im Moor lässt ihr keine Ruhe. Er trägt ein sehr spezielles Paar Nike-Sneakers, eine Sonderanfertigung aus dem Jahr 1995. Und er ist offensichtlich keines natürlichen Todes gestorben.

Mit der sympathisch-kantigen Karen Pirie hat die britische Bestseller-Autorin Val McDermid eine Kommissarin erschaffen, die sich um so hartnäckiger in einen „Cold Case“ verbeißt, je unlösbarer das Rätsel scheint.

Val McDermid: „Das Grab im Moor“
Aus dem Englischen übersetzt von Ute Brammertz
Droemer Verlag, 2020. 496 Seiten, 16,99 Euro.


„Die Tierpolizei“

Tierische Retter in der Not, mit Köpfchen, Witz und Freundschaft klären sie jeden Fall: Die neue Kinderbuchreihe von Einschwein-Erfinderin Anna Böhm. Eines Morgens wacht die Katzenbärin Flopson auf und stellt fest, dass ihr Freund Tjalle, ein kleiner Streifentenrek, verschwunden ist. Flopson wittert einen Kriminalfall und verlässt ihren sicheren Käfig, um Tjalle zu retten. Dabei lernt sie Fridolin kennen, ein winziges Zwergpony. Er hilft ihr bei der Suche, aber statt Tjalle finden sie die verletzte Blaumeise Meili. Zu dritt suchen sie Schutz in einem ausgedienten Polizeiauto. Allerdings hat sich dort bereits der mürrische Teddyhamster Jack ausgebreitet, der die ungebetenen Gäste schnell wieder loswerden will. Als sie aber eine wichtige Spur zu Tjalle finden, raufen sich die vier unterschiedlichen Tiere zusammen, denn nur gemeinsam können sie diesen Fall lösen – als „Die Tierpolizei“.

Die Autorin Anna Böhm ist 1975 in Berlin geboren. Sie hat am Theater gearbeitet, Drehbuch studiert und zahlreiche Hörspiele und Kinderbücher geschrieben, unter anderem die „Emmi & Einschwein“-Reihe.

Anna Böhm: „Die Tierpolizei“
Oetinger Verlag, 2020. 224 Seiten, 13 Euro.
Altersempfehlung: ab 8 Jahren

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