15. Dezember 2020

Schwalbacher Spitzen

Lächerlicher Lockdown

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Wer treibt eigentlich die Pandemie voran? Sind es die Corona-Leugner, die in Polonäsen von Glühweinstand zu Glühweinstand ziehen oder sind es partyhungrige Jugendliche, die einfach nicht zu Hause bleiben wollen oder Schnäppchenjäger, die nicht vom Weihnachtseinkauf lassen? Fast könnte man das glauben, wenn man täglich Nachrichten und Talk Shows verfolgt.
Doch tatsächlich verteilen das Virus wahrscheinlich verantwortungsvolle Menschen, die stets eine Maske tragen und regelmäßig die Hände waschen. Wenn sie aber täglich mit der S-Bahn ins Büro fahren müssen, dort auf viele Arbeitskollegen treffen, ihre Kinder in die Schule gehen und vielleicht noch ein Angehöriger im Pflegeheim betreut werden muss, dann werden sie zu Virenschleudern wider Willen.
Den Einzelhandel zu schließen und ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit zu verhängen, schränkt die Kontaktzahlen sicherlich ein. Aber der große Wurf wird damit genauso wenig gelingen wie mit dem lächerlichen „Lockdown light“. Dazu müssten wir uns schon zu einem echten Shutdown durchringen, bei dem kaum noch jemand das Haus verlassen darf. In einer eng vernetzten Gesellschaft, die die Freiheit hochhält, ist das aber kaum praktikabel.
Daher muss es Alternativen zum Mantra der Kontaktbeschränkungen geben. Wir brauchen FFP2-Masken für alle und viel mehr Schnelltests, damit Virusträger erkannt werden, bevor sie zum Beispiel in ein Altenheim hineinlaufen können – Maßnahmen, die auch auf lokaler Ebene umgesetzt werden könnten.

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3 Gedanken zu „Lächerlicher Lockdown

  1. Schwalbach ab heute Nacht mit Ausgangssperre
    Da verliert die Landesregierung mit ihrem Beschluss, an den Weihnachtstagen die Ausgangssperren in Hochinzidenzgebieten zu lockern ihre Glaubwürdigkeit. Auch wenn ich selbst seit heute in Schwalbach davon betroffen bin, habe ich dafür kein Verständnis.
    Die Westfälische Landeskirche, evangelisch, hat heute ihren Gemeinden geraten, alle Präsenzgottesdienste abzusagen. Verordnen lässt sich das in protestantischen Landeskirchen nicht, so auch nicht in der EKHN. Pfarrer Spengler aus Dreieich dessen Vater selbst mal Kirchenpräsident war, hatte sich gestern in der Hessenschau eine deutliche Wegweisung gewünscht. Jetzt bleibt trotz steigender Inzidenzen und Todesraten alles wie es war, die Beschränkungen in Risikogebieten werden sogar noch gelockert.

    Das Gute ist, keine Kirchengemeinde muss diese politisch gestaltete Freiheit nutzen.
    Dabei bleibt auch zu betrachten, dass gerade mal knapp die Hälfte der Hessen einer der beiden christlichen Kirchen angehört. Im Rhein-Main-Gebiet noch weniger. Politik hat Pandemiebekämpfung zu betreiben und nicht politische Rücksicht auf religiöse Feiertage zu nehmen. Was ist eigentlich mit dem laufenden Chanukka-Fest unserer jüdischen Mitbürger? Oder dem Zuckerfest unserer muslimischen Nachbarn?
    Die Moschee in Schwalbach ist seit Beginn der Pandemiebeschränkungen im Frühjahr geschlossen.
    Ja, Gottesdienste sind eine Bereicherung für das christliche Weihnachtsfest, Advents- und Weihnachtslieder gehören nicht nur den Glaubenden sondern sind Kulturgut in unserem Land.
    In protestantischem Verständnis findet Weihnachten aber nicht in vollen Kirchen statt sondern in einem jeden Christen. Auch wenn das gemeinsamen Erinnern, Bekennen und Feiern das Herz aufschließt.
    Wie auch immer Sie Weihnachten feiern werden oder die Feiertage ohne Glaubensbekenntnis nutzen:
    Bleiben Sie gesund und achten Sie auf die Gesundheit ihrer Nächsten.

  2. Schade, dass auch hier Stimmung gegen erforderliche Maßnahmen gemacht wird. Dieser Beitrag hilft nicht, er schadet. Bitte in Zukunft besser recherchieren und auf Fachleute hören. Danke!

  3. Warum hat es so lange gedauert bis andere sich ein Beispiel am, oft zu Unrecht gescholtenen, Tübinger Bürgermeister Boris Palmer und seiner richtigen Strategie z.B. in Bezug auf Schutz der Altenheim-Bewohner genommen haben ? So mancher dort vorzeitig „Verblichener“ könnte sich jetzt impfen lassen und hätte noch ein paar schöne Jahre vor sich!
    Denoch zeigen die weltweit einzigartigen Impfstoffe auf mRNA – Basis aus Mainz bzw. Tübingen, dass es um den Wissenschaftsstandort Deutschland nicht so schlecht bestellt ist, wie manche unken unter Verweis auf die mageren PISA-Ergebnisse! Freuen wir uns also – und sind ein bißchen stolz – dass wesentliche Impulse zur Eindämmung und Beherrschung der Corona-Pandemie von Deutschland ausgehen!

    Karlheinz W. Huber

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