15. Januar 2021

Kein Ausgang nach 21 Uhr

Wegen hoher Corona-Zahlen gelten ab heute Nacht in Schwalbach zum zweiten Mal nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Die 7-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuansteckungen gerechnet auf 100.000 Einwohner lag am heutigen Freitag am dritten Tag in Folge über 200. Heute waren es 261. Zu Vergleich: Die Inzidenz für den gesamten Main-Taunus-Kreis lag bei 117.

Konkret bedeutet das, dass sich seit dem vergangenen Freitag 40 Schwalbacherinnen und Schwalbacher mit dem Sars-Cov2-Virus angesteckt haben. Akut infiziert sind insgesamt 44 Einwohner. Wie viele von ihnen erkrankt sind, ist nicht bekannt. Die Gesamtzahl der Fälle in Schwalbach liegt jetzt bei 367.

Die Schwalbacher dürfen ab Mitternacht bis 5 Uhr morgens und danach jeden Tag zwischen 21 Uhr und 5 Uhr ihre Wohnung nicht verlassen. Ausnahmen sind zugelassen, etwa der Weg zur oder von der Arbeit, Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdiensten, die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, der Besuch bei ehelichen und nichtehelichen Lebenspartnern oder Verwandten in gerader Linie, die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts, die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen oder von Sterbenden. Ebenfalls Ausnahmen sind die Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Festen. Auch dürfen Tiere versorgt werden.

Eine 15-Kilometer-Regel – also eine Grenze für tagestouristischen Ausflüge jenseits der Stadtgrenze – hat der Kreis für Schwalbach nicht eingeführt. Landrat Michael Cyriax: „Erstens wäre das schwer bis gar nicht zu kontrollieren. Zweitens ist der Main-Taunus-Kreis von der Fläche her so klein und beliebte Ausflugsziele im Taunus oder in Frankfurt so nah, dass die Regel faktisch hier sowieso kaum greifen würde.“ Das brächte „nur ein Mehr an Bürokratie und Gängelung, aber kein Mehr an Sicherheit“.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten vorerst bis einschließlich Samstag, 13. Februar. Sie werden aber früher aufgehoben, wenn die 7-Tage-Inzidenz in Schwalbach an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 200 sinkt. Die Regelung sei mit Bürgermeister Alexander Immisch besprochen, so Michael Cyriax. Er dankte der Stadt für die Kooperation bei der Eindämmung der Pandemie, „aber die erneuten Beschränkungen sind ein Warnsignal an alle Kommunen und alle Bürgerinnen und Bürger. „Wir haben die Kontakte immer noch nicht genug reduziert.“ Anders seien die anhaltend hohen Zahlen nicht zu erklären, so Cyriax.

In Schwalbach hatte wegen hoher Inzidenz bereits Mitte bis Ende Dezember eine Ausgangsbeschränkung gegolten. Als zweiter Stadt galt bislang nur in Hattersheim vorübergehend eine solche Beschränkung. Weitere Städte und Gemeinden sind Cyriax zufolge zwischenzeitlich um solche Einschränkungen nur herumgekommen, weil „am dritten Tag und damit quasi im letzten Moment die Inzidenz auf knapp unter 200 sank“.

Kreisweit ist die 7-Tage-Inzidenz auf 117 gesunken. Aktuell infiziert sind 451 Personen. 26 von ihnen liegen in den beiden Krankenhäusern in Hofheim und Bad Soden, fünf müssen beatmet werden. Insgesamt hat es kreisweit nun 5.231 positive Tests gegeben. 4.640 Menschen gelten als genesen. Zu beklagen waren bisher 140 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. red

Ein Gedanke zu „Kein Ausgang nach 21 Uhr

  1. Wäre mal interessant, wo diese akuten Fälle in Schwalbach zu lokalisieren wären.
    Gibt es da ein „Muster“?

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