24. Februar 2021

„Gedenken auch in Schwalbach“

Zum Artikel „Stadt gegen Rassismus“ in der Ausgabe vom 17. Februar erreichte die Redaktion nachfolgender Leserbrief. Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Wenn auch Sie einen Leserbrief veröffentlichen möchten, senden Sie ihn unter Angabe Ihrer vollständigen Adresse und einer Rückruf-Telefonnummer an info@schwalbacher-zeitung.de.

Einer Pressemitteilung der Eulen Schwalbach ist es zu verdanken, dass das Gedenken an die rassistischen Morde in Hanau von vor einem Jahr seinen Weg auch bis in die Schwalbacher Zeitung gefunden hat. Während zum Beispiel die „Frankfurter Rundschau“ den Opfern in zwei Ausgaben mit zwei Titelseiten gedachte oder die Spieler der Frankfurter Eintracht vor ihrem Spiel gegen Bayern München in schwarzen Trikots mit den Namen der Opfer auf den Platz kamen ist Hanau von Schwalbach nach Sicht der Redaktion anscheinend weit genug weg, um den Opfern nur in Anführungszeichen zu gedenken.

Da mag es noch der ungeschickten Zitierweise zuzuschreiben sein, dass eine „offizielle Statistik“ offenbar nur „nach Ansicht der Eulen“ zeige, dass die Zahl solcher Anschläge zugenommen habe – eine Statistik ist entweder falsch oder lässt keine Ansichten zu. Nachzulesen ist das unter anderem auf Zeit-Online. Dort kommen auch die Angehörigen zu Wort und auf einmal erscheint es zynisch, diskutieren zu wollen, ob die Zahl der rassistischen Übergriffe stagniert oder zunimmt.

Dass überdies ausgerechnet die „menschenverachtende Haltung“ anscheinend nur in Anführungszeichen genannt werden kann, aber vermittelt, dass dem Autor des Artikels wohl vor allem daran gelegen war, sich von der Pressemitteilung zu distanzieren und nicht in den Verdacht zu geraten, etwa aus eigenem Antrieb der Opfer gedenken zu wollen.

Harald Romacker, Schwalbach

Anmerkung der Redaktion: Selbstverständlich distanziert sich die Redaktion von der Pressemitteilung der „Eulen“, so wie sie sich von allen anderen Pressemitteilungen aller anderen Parteien auch distanziert. Wir legen Wert darauf, dass die Leserinnen und Leser der Schwalbacher Zeitung erkennen können, ob es sich um die Meinung der Redaktion oder um die Meinung einer politischen Gruppierung handelt. Daher werden alle Meinungsäußerungen und Zitate mit Anführungszeichen oder indirekter Rede gekennzeichnet.

 

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