5. März 2021

Maßarbeit auf dem Schulhof

An der engsten Stelle steht das neue Schulkinderhaus nur 30 Zentimeter vom Bürgersteig entfernt. Ende März sollen die Kinder in das Gebäude auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Schule einziehen. Foto: Schlosser

Mit knapp fünf Monaten Verspätung ist das Schulkinderhaus III an der Geschwister-Scholl-Schule in Alt-Schwalbach fertig gestellt worden. Am 22. März soll die leuchtend rote Container-Anlage auf dem Schulhof der Grundschule in Betrieb gehen. Dann können in dem neuen Schulkinderhaus bis zu 80 Kinder in vier Gruppen mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung aufgenommen werden.

Die meisten Kinder, die ins neue Haus ziehen, waren bisher in der sogenannten „Schulbank“, einem Provisorium in der Schulstraße 17, untergebracht. Weitere Kinder wechseln von den bisher vorhandenen beiden Schulkinderhäusern der Grundschule in das neue. Die Außenstellen im Vereinsheim der Kleingärtner und in einer Wohnung in der Ringstraße sollen bestehen bleiben; ebenso das Schulkinderhaus II im Obergeschoss der Firma Moos.

Bürgermeister Alexander Immisch sagte heute Vormittag bei der Vorstellung des Gebäudes: „Die Kommunalpolitik hat sich für diesen Standort entschieden, weil er auf dem Schulgelände liegt und die städtische Fläche `Am Erlenborn 2´ für eine Wohnbebauung erhalten bleibt. Ich freue mich darüber, dass der Main-Taunus-Kreis der Stadt diese Fläche für das Schulkinderhaus überlassen hat.“

Wie berichtet hatte es um den Bau des Schulkinderhauses lange Diskussionen gegeben. In einem Bürgerentscheid hatte sich 2018 die überwältigende Mehrheit der Alt-Schwalbacher für einen Neubau auf dem Grundstück „Am Erlenborn 2“ entschieden, konnte aber schwalbachweit nicht die erforderlichen Stimmen erreichen. Die Mehrheit aus SPD und FDP in der Stadtverordnetenversammlung entschied sich schließlich für den Containerbau auf dem Schulhof.

Der ist jetzt fertig und hat vorerst eine Genehmigung für acht Jahre. Alexander Immisch ist aber überzeugt, dass das Gebäude noch länger stehen wird: „Ich gehe davon aus, dass auch 2031 hier noch Kinder betreut werden.“ Tatsächlich ist das neue Schulkinderhaus zwar äußerlich ein Containerbau, der aus 50 Stahl-Modulen zusammengesetzt worden ist. Im Inneren erinnert aber nichts an die äußerliche Container-Optik. Im Erdgeschoss befinden sich Empfang, Bistro, Küche, das Büro der Leiterin und die sanitären Einrichtungen. Eine Treppe hoch geht es zu den vier Gruppenräumen und dem Personalraum im Obergeschoss. Insgesamt beträgt die Nutzfläche des Gebäudes 570 Quadratmeter.

Bei der Errichtung des Schulkinderhauses ergab sich eine ganze Reihe von Herausforderungen. Das fast 600 Quadratmeter große Grundstück war für den Zweck sehr klein, ungünstig geschnitten und nicht leicht zu bebauen. Die Gründung des Gebäudes zur Straße hin erwies sich als besonders schwierig. An der engsten Stelle ist das rote Gebäude gerade einmal 30 Zentimeter vom Bürgersteig entfernt. Trotz der Schwierigkeiten, die während der Planungs- und Bauphase deutlich wurden, bewegen sich die Kosten im Rahmen der bereits freigegebenen Mittel von knapp 2,5 Millionen Euro.

Die Leiterin des neuen Schulkinderhauses, Claudia Hartmann, und ihre Stellvertreterin Tanja Burbach sind gegenwärtig noch für die Leitung des Schulkinderhauses an der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) zuständig. Da die Betreuung der Grundschüler der GKS ab 1. August auf den Main-Taunus-Kreis als Träger übergeht, wechseln die beiden dann ganz an das neue Schulkinderhaus. Ihr pädagogisches Konzept orientiert sich an den vorhandenen Konzepten. Diese sollen an das Haus und an die Kinder angepasst werden. Claudia Hartmann: „Dabei gehen wir mit Bedacht vor, denn für die Kinder ist jetzt alles neu, das Haus und das Leitungsteam.“ red

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