23. März 2021

Da lacht das Virus

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

In Krisenzeiten ist entschlossenes Handeln erforderlich. Denn nur dann gibt es Akzeptanz für vielleicht unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen. Das, was wir in der Nacht zum Dienstag gesehen haben, war das Gegenteil von entschlossenem Handeln: Da debattieren die Bundeskanzlerin, 14 Ministerpräsidenten und zwei Ministerpräsidentinnen fast zwölf Stunden lang bis tief in die Nacht und heraus kommt ein breiartiger Beschluss, der weder vor dem Virus noch vor Gerichten Bestand haben wird.
Wichtigster Punkt: Der Gründonnerstag und der Karsamstag werden zu „Ruhetagen“. Doch was bitteschön ist denn ein „Ruhetag“? Muss man da arbeiten, darf man da arbeiten, muss man da Urlaub nehmen, zahlen die Arbeitgeber weiter Lohn? Fakt ist: Kein einziges Gesetz kennt den Begriff „Ruhetag“ und damit ist klar, dass es juristisches Chaos geben wird.
Vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens ist der hilflose Beschluss ohnehin lächerlich. Denn einen Sinn ergeben würden die „Ruhetage“ allenfalls, wenn sie mit einer strikten Ausgangssperre über alle fünf Ostertage kombiniert wären – kein grillen, kein wandern und auch keine Gottesdienste. So aber sind sie fast schon eine Aufforderung für ein schönes, superlanges Osterwochenende mit allerlei Freizeitaktivitäten; ganz zu schweigen von den übervollen Läden am kommenden Mittwoch.
Auch wenn es ärgerlich ist: Wir müssen jetzt noch ein paar Wochen die Füße still halten und die Regierung muss endlich mit dem Impfen und Testen vorankommen. Und wenn der Rückstand dann aufgeholt ist, muss Schluss sein mit dem Starren auf Inzidenzwerte.

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Ein Gedanke zu „Da lacht das Virus

  1. Manchmal kann einem die Regierung schon leid tun. Allerdings trägt sie für fahrlässige Kommunikation und damit immer wieder geweckte falsche Hoffnung schon die Verantwortung. Niemand kann eine wirkliche Wende oder nur einen wahrnehmbaren Fortschritt in der Pandemiebekämpfung herbeiführen, ohne über die notwendige Menge zuverlässigen Impfstoffs zu verfügen. Kein Impfzentrum und keine Hausarztpraxis kann ohne Impfstoff irgend etwas ausrichten. Es ist „wurscht“, ob die kreativen Forscher in Mainz sitzen und Malu Dreyer stolz machen, weil sie an der Mainzer Uni groß geworden sind. Ja, es sind Forscher und soweit wahrnehmbar, Menschen, die mit Herz und Verstand am Werk sind. Hergestellt wird er aber von Pfizer. Keine deutsche Firma. Sich ehrlich zu machen bedeutet auch, klar zu kommunizieren, dass wir den Impfstoff eben nicht selbst herstellen sondern Abhängige sind. Ohne Impfstofflieferungen von amerikanischen oder britischen Firmen geht nun mal nichts. Bleiben wir ruhig, halten wir Abstand, tragen wir wo immer notwendig Masken und schützen uns und unser Umfeld durch Rücksichtnahme. Ostern ist die Überwindung des Todes, zumindest für die, die einen christlichen Glauben teilen. Um das zu glauben muss man nicht unbedingt Präsenzgottesdienste feiern.

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