26. November 2021

Thomas Milkowitsch aus Kriftel soll hauptamtlicher Erster Stadtrat werden

CDU findet Kandidaten – Update

Der künftige zweite Mann im Rathaus ist Volljurist und seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik aktiv. Foto: Schlosser

Die CDU hat einen Kandidaten gefunden, der ab Frühjahr 2022 Erster Stadtrat werden soll. Gestern stellten CDU-Vorsitzender Axel Fink und der Stadtverordnete Dennis Seeger den künftigen hauptamtlichen Stellvertreter von Bürgermeister Alexander Immisch (SPD) vor. Thomas Milkowitsch aus Kriftel soll den neuen Posten bekommen.

Mit ihm hat die CDU innerhalb des Main-Taunus-Kreises einen Kandidaten gefunden. Der 45-jährige Volljurist ist seit 25 Jahren Parteimitglied, ist Gemeindevertreter in Kriftel und saß auch schon für einige Jahre im Kreistag. Er ist außerdem als Schatzmeister Mitglied des CDU-Kreisvorstands. In Kriftel leitet er seit vielen Jahren den Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung. Außerdem ist er seit dem Sommer Vorsitzender des Kirchenvorstands der Evangelischen Auferstehungsgemeinde in seinem Heimatort.

Sein ehrenamtliches Engagement in der Kirchengemeinde und dem Krifteler Gemeindeparlament will Thomas Milkowitsch auch in Zukunft fortsetzen. Daher wird er nach seiner Wahl zum Ersten Stadt nicht nach Schwalbach umziehen, was für die Position auch nicht erforderlich ist.

Verwaltungserfahrung bringt die künftige Nummer zwei im Schwalbacher Rathaus nicht mit. Nach seinem Jurastudium und dem ersten Staatsexamen arbeitete er zunächst zehn Jahre lang in der Kommunikationsagentur seines Vaters, ehe er sich 2014 entschloss, auch das zweite Staatsexamen abzulegen und Rechtsanwalt zu werden. Danach arbeitete er als Jurist bei der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und leitet zurzeit ein kleines Team in der Rechtsabteilung der Fluggesellschaft Condor.

Schwalbachs CDU-Vorsitzender Axel Fink kennt Thomas Milkowitsch nach eigenen Worten „schon sehr lange“. Der Krifteler sei der ideale Kandidat, da er juristische Fachkenntnisse und eine große Erfahrung in der Kommunalpolitik mitbringe. Mit zehn Bewerberinnen und Bewerber hat die Findungskommission der CDU gesprochen, drei kamen in die engere Wahl. Am Ende entschieden sich sowohl die Findungskommission als auch die CDU-Fraktion einstimmig für Thomas Milkowitsch.

Seinen neuen Job im Schwalbacher Rathaus wird er allerdings frühestens im kommenden Frühjahr antreten können. Zunächst müssen die Stadtverordneten die Hauptsatzung ändern und die Stelle, die vor 13 Jahren abgeschafft worden ist, wieder in den Stellenplan schreiben. Formal muss das Stadtparlament dann auch noch ein Wahlvorbereitungsausschuss bilden, der die Stelle anschließend öffentlich ausschreibt. Bewerben kann sich auf den Posten jeder, auch wenn außer Thomas Milkowitsch niemand anderes eine realistische Chance haben dürfte. Am Ende wird der Erste Stadtrat dann in geheimer Wahl von allen Stadtverordneten gewählt. Dass die CDU den Bewerber aussuchen darf, haben SPD und CDU in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart.

Zu einem Konkurrenten für Bürgermeister Alexander Immisch soll Thomas Milkowitsch nicht werden. Axel Fink legte sich am Donnerstag fest, dass die CDU Milkowitsch nicht gegen Immisch in einen Wahlkampf schicken werde, sofern dieser bei der nächsten Wahl 2026 noch im Amt ist. „Nur so ist eine vertrauensvolle Arbeit möglich“, sagten Axel Fink und Thomas Milkowitsch übereinstimmend.

Für einen Bewerber „von außen“ hat sich die Schwalbacher CDU entschieden, weil im Stadtverband niemand für den Posten in Frage kam. Ex-Bürgermeisterkandidat Dennis Seeger, der eigentlich für die Position vorgesehen war, verzichtete aus gesundheitlichen Gründen. Axel Fink war aus privaten Gründen nicht interessiert. MS

7 Gedanken zu „CDU findet Kandidaten – Update

  1. Ich hoffe, das es noch einige Leute von SPD und CDU im Stadtrat sind, die den Blödsinn von geschäftstüchtigen nicht mitmachen und dagegen stimmen.

  2. Warum Herr Milkowitsch erster Stadtrat sein soll? Weil er Axel Fink kennt. Mir fehlen einfach die Worte.
    Schade, dass auch auf Kommunalebene die Partei und Macht wichtiger sind als echte Probleme der Stadt und der Bürger.
    Für diese machtpolitische Parteispielchen werden wir alle über höhere Steuer und Gebühren zahlen müssen.

  3. Jetzt wiederholt sich das CDU/SPD Desaster erneut. Erst die Posse um den Akteneinsichtsausschuss, jetzt wird ein gesetzter Kandidat für den 1. Stadtratsposten vorgestellt, bevor es überhaupt die Stelle gibt und ein öffentliches Ausschreibungsverfahren initiiert wurde.
    Wieviel politische Überheblichkeit lassen sich die Schwalbacher eigentlich noch bieten?
    Axel Fink, selbst Jurist und Magistratsdirektor, wollte nicht. Nach dem Höchster Kreisblatt hat er überlegt, dass ein Wahlamt ja auch schnell wieder weg sein kann.
    Rechnen können sie also doch in der Schwalbacher CDU, für die Differenz von A15 nach A16 geht man lieber kein Risiko ein.
    I

  4. Anmerkung zum Kommentar von Hannelore Simon: Die Fördersumme in Höhe von 137.000 Euro für eine/n Klimaschutzmanager/in übernimmt der Bund. Der Förderbescheid soll vorliegen, lediglich 25 % der Personalkosten trägt die Stadt und die Stelle ist befristet auf 2 Jahre. Die finanzielle Belastung und das Risiko für die Stadt wären gering, denn es gäbe allerhand zu tun. Die Frage ist allerdings, ob die/der Klimaschutzmanager/in für den Klimaschutz überhaupt etwas tun darf, schließlich werden aktuell alle Klimaschutzinitiativen und -anträge der Grünen von SPD und CDU ablehnt.
    Mit dieser Koalition bleibt für Bewerber:innen kaum Handlungsspielraum, um Klimaschutz umzusetzen. Selbst der Antrag auf Erweiterung des Klimaschutzkonzeptes von 2 auf 5 Sektoren, dass laut Förderrichtlinie erarbeitet werden muss, lehnte die Koalition ab. Gut möglich also, dass die Stadt auf den gesamten Personalkosten sitzen bleibt, wenn die/der Klimaschutzmanager/in zwar eingestellt, aber gleichzeitig zur Untätigkeit verdammt wird.

  5. CDU findet Kandidaten

    Geldausgeben kann die Stadt Schwalbach! Drei Manager Posten wurden und werden neu besetzt.
    Thomas Klinger, Wirtschaftsförderung, 1.10.2020. Digitalisierungsmanager zum 1.10.2021.
    Klimaschutzmanager mit einer Fördersumme von € 137.000,– , die auf zwei Jahr begrenzt ist.

    Alles gut und schön. Nun aber wird nach über 10 Jahren der Posten des Ersten Stadtrates, damals mit der Zustimmung auch von der CDU abgeschafft, wieder neu besetzt. Mit einem Volljuristen, den Herr Axel Fink nach eigenen Angaben schon sehr lange kennt , aber leider ohne Verwaltungserfahrung , dafür gut bezahlt.

    Wie kann die Ausgabe , speziell im letzten Fall gerechtfertigt werden? Wie konnte Frau Augsburger die Geschäfte der Stadt Schwalbach ohne Ersten Stadtrat bewältigen? Herr Bürgermeister Immisch erhöht die Kita Gebühren. „ Die Stellschraube“ beginnt demnach bei dem schwächsten Glied.
    Gewerbesteuer- und Hebesatz der Grundsteuer B werden unverhältnismäßig hoch angehoben.

    Diese Vorgehensweise, mit dem Hintergrund Verlust von 19Mio, entspricht nicht dem sozialdemokratischen Gedanken. Bisher habe ich meine Stimme immer der SPD gegeben.

    Auf kommunaler Ebene werde ich die SPD nicht mehr wählen.

  6. Doppelspitze
    Die Findungskommission der CDU ist fündig geworden. Herr Thomas Milkowitsch, Volljurist, Kommunalpolitiker, aber ohne Erfahrung im Verwaltungsbereich soll es werden. Juristen gibt es in der großen Koalition einige. Herr Axel Fink und Herr Eyke Grüning sind ebenfalls Juristen. Geeignete Bewerberinnen und Bewerber, mit fundierter Erfahrung im Verwaltungsbereich, waren offensichtlich nicht dabei, oder konnten von der
    Findungskommission nicht gefunden werden.Diese kostenintensive, mit dem Einverständnis der CDU, vor 13 Jahren abgeschafft Stelle wieder zum Leben zu erwecken, ist in der momentanen Situation nicht angebracht! 19 Mio. sind verloren, die 4. Corona Welle ist im Anmarsch, dass kostet viel Geld.
    Ich bin von der Politik der großen Koalition im Rathaus empört und enttäuscht.!
    Die SPD Schwalbach hat meine Wählerstimme verloren und die CDU Schwalbach ist keine Option!

  7. Gestern hat es mich fast umgehauen, als ich die Haushaltsanträge von SPD und CDU gesehen habe: der Hebesatz der Grundsteuer B soll von 250 auf 400 v.H. angehoben werden. Das betrifft alle Schwalbacher Bürgerinnen und Bürger – egal ob Miete oder Eigentum. Für Gewerbebetriebe soll der Hebesatz von 350 v-H. auf 360 v.H. angehoben werden – zum Vergleich: die Nachbarstadt Eschborn, mit der wir im direkten Wettbewerb bei der Neuansiedlung stehen, hat einen Hebesatz von 330 v.H. – am Kronberger Hang haben wir per heute schon massive Leerstände zu beklagen! Es geht noch weiter: die Gebühren in der U3 Betreuung und in den Schulkinderhäusern der GSS sollen ebenfalls um 4,5% erhöht werden. Aber: die Wahlen sind rum und das Kalkül ist, dass die Schwalbacherinnen und Schwalbacher den ganzen Murks aus diesem Jahr bis zur nächsten Wahl vergessen haben.
    Nachdem der Bürgermeister den Verlust von 19 Mio. EUR zu verantworten hat, präsentieren uns SPD und CDU zum Jahresabschluss noch einen 1. Stadtrat, der den Haushalt mit mindestens 200.000 EUR p.a. belastet. Dazu kommt, dass der Kandidat keinen Verwaltungshintergrund hat – das haben wir doch schon mit dem Bürgermeister. So geht Bürgernähe nicht. Die Anträge werden kommenden Donnerstag, 2.12., 18.00 Uhr im Großen Saal des Bürgerhauses beraten und abgestimmt.

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