8. Februar 2024

Die Buchtipps der Schwalbacher Zeitung

Lesestoff

„Paris Requiem“ von Chris Lloyd ist die fulminante Fortsetzung des Bestsellers „Die Toten vom Gare d’Austerlitz“. Manuela Inusa erzählt in ihrem Roman „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ von dem Jahr, in dem die berühmte Autorin ihre große Liebe fand. Eine patriarchalische Gesellschaft und religiöser Wahn sind die Zutaten zu Margaret Meyers „Die Hexen von Cleftwater“.

 

„Paris Requiem“

Paris, September 1940. Nach drei Monaten unter Nazi-Besatzung kann Inspecteur Eddie Giral eigentlich nicht mehr viel schocken. Denkt er zumindest, bis er auf ein Mordopfer trifft, das eigentlich im Gefängnis sitzen sollte. Giral weiß das deswegen so genau, weil er ihn erst kürzlich eingebuchtet hatte.

Dieser Tote ist weder der erste noch der letzte Kriminelle, der aus dem Gefängnis und auf die Straße gelassen wird. Aber wer zieht die Fäden, und warum? Diese Fragen führen Giral von Jazzclubs zu Opernsälen, von alten Flammen zu neuen Freunden, von den Lichtern von Paris zu den dunkelsten Landstrichen und zu der höchst beunruhigenden Erkenntnis: dass man, um das Richtige zu tun, sich manchmal auf die falsche Seite schlagen muss.

Chris Lloyd studierte Spanisch und Französisch, lebte über 20 Jahre in Katalonien, später in Grenoble, im Baskenland und in Madrid, wo er Englisch unterrichtete und für einen Schulbuchverlag sowie als Reiseschriftsteller arbeitete. Heute lebt er als Übersetzer und Schriftsteller in Südwales.

Chris Lloyd: „Paris Requiem“
Übersetzt von Stefan Lux
Suhrkamp Verlag, 2024. 446 Seiten, 18 Euro.

 

„Jane Austen bleibt zum Frühstück“

Was würden Sie tun, wenn Sie morgens eine Fremde in Ihrem Bett vorfinden würden, die sich dann auch noch als die echte Jane Austen entpuppt?

Die vom Liebeskummer geplagte Buchhändlerin Penny Lane ist erst mal schockiert, doch dann ist die Freude über ihren unerwarteten Gast groß – denn wer kennt sich in Herzensangelegenheiten besser aus als ihre Lieblingsschriftstellerin? Während Penny die Autorin mit Falafel, langen Hosen und Fernsehern vertraut macht, hilft ihr Jane mit Verstand und Gefühl in Sachen Liebe auf die Sprünge. Doch wer hätte gedacht, dass nicht nur Penny ihren Mr. Darcy finden würde?

Manuela Inusa wurde 1981 in Hamburg geboren und wollte schon als Kind Autorin werden. Kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag sagte die gelernte Fremdsprachenkorrespondentin sich: „Jetzt oder nie!“ Nach einigen Erfolgen im Selfpublishing erscheinen ihre aktuellen Romane bei Blanvalet. Ihre Valerie-Lane-Reihe verzauberte die Herzen der Leserinnen und eroberte auf Anhieb die Spiegel-Bestsellerliste, genau wie ihre Kalifornische-Träume-Reihe. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in einem idyllischen Haus auf dem Land. In ihrer Freizeit liest und reist sie gern, außerdem liebt sie Musik, Serien, Tee und Schokolade.

Manuela Inusa: „Jane Austen bleibt zum Frühstück“
Blanvalet Verlag, 2024. 384 Seiten, 12 Euro.

 

„Die Hexen von Cleftwater“

Martha Hallybread, eine Hebamme, Heilerin und Dienerin, lebt seit mehr als vier Jahrzehnten friedlich in ihrem vertrauten Cleftwater. Jeder im Dorf kennt Martha, aber niemand hat sie jemals sprechen gehört. Martha ist stumm.

Eines hellen Morgens wird sie Zeugin einer Hexenjagd, angeordnet von dem entschlossenen Hexenjäger Silas Makepeace, der neu ins Dorf gekommen ist. Die Jagd trifft auch Prissy, die junge Küchenhilfe in dem Haushalt, in dem Martha als Dienerin lebt. Als vertrauenswürdiges Mitglied der Dorfgemeinschaft wird sie nun von Makepeace angeworben, um die Körper der angeklagten Frauen nach Beweisen abzusuchen, angeblichen Teufelszeichen auf der Haut. Während sie ihren Freundinnen helfen will, muss sie um ihr eigenes Leben kämpfen, ihre Unabhängigkeit, die von allen Seiten bedroht ist in einer durch und durch patriarchalischen Gesellschaft, die von Aberglauben und religiösem Wahn durchdrungen ist.

In ihrer Verunsicherung belebt Martha eine Wachspuppe, in der Hoffnung, dass sie ihr Schutz bringen wird. Ob diese Puppe tatsächlich über besondere Kräfte verfügt, ist nicht erkennbar, Marthas Lage wird prekärer und die Zeit läuft ab.

Margaret Meyer wuchs in Neuseeland auf, wo sie als Journalistin und Lektorin arbeitete. Nach ihrem Umzug nach Großbritannien arbeitete sie als Publishing Manager des Museum of London, bevor sie Director of Literature des British Council wurde. 2020 machte sie ihren MA in Prose Fiction an der University of East Anglia. „Die Hexen von Cleftwater“ („The Witching Tide“) ist ihr literarisches Debüt.

Margaret Meyer: „Die Hexen von Cleftwater“
Übersetzt von Cornelius Hartz
C.H. Beck, 2024. 350 Seiten, 25 Euro.

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