20. Februar 2024

Schwalbacher Spitzen

Jammerfasten

von Mathias Schlosser

Heute vor einer Woche war nicht nur Valentinstag, sondern auch Aschermittwoch. Der Tag, an dem die 40 Tage der katholischen Fastenzeit beginnen – auch wenn die Sonntage nicht mitgezählt werden. Nach Silvester ist der Aschermittwoch wohl der Tag, an dem die meisten guten Vorsätze ausgesprochen werden.
Erstaunlicher Weise ist der Verzicht in Februar und März geradezu ein Trend geworden, obwohl immer weniger Menschen in die Kirchen gehen. Und auf Fleisch- und Wurstwaren beschränkt sich kaum noch jemand. Es gibt praktisch nichts, „auf das“ man nicht fasten kann, wie viele grammatikalisch fragwürdig sagen.
Ganz vorne ist da der „Digital Detox“, also der Verzicht auf das Smartphone, was sich im Alltag allerdings nur schwer durchhalten lässt. Manche erweitern die Fasterei auf den Fernseher, auf die Playstation, auf Fußball und alles andere, was Spaß macht. Klassiker sind Zigaretten, Alkohol, Süßigkeiten, bisweilen auch Sex.
Wir wollen es in diesem Jahr besser machen und wollen „auf“ etwas fasten, was für die meisten offensichtlich noch viel unentbehrlicher ist: auf das Jammern und Meckern. Sechs Wochen optimistisch sein, das ist eine echte Herausforderung.

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