17. Mai 2019

SPD und FDP setzen Konzept zur Umgestaltung des unteren Marktplatzes durch

Kastanien sollen fallen

Vermutlich zum letzten Mal blühen die Kastanien am unteren Marktplatz. Sie sollen im Zuge der Umgestaltung des Platzes ersetzt werden. Foto: Schlosser

Der Plan, die Kastanien am unteren Marktplatz zu fällen, sorgt weiter für Aufregung. Gestern Abend gab es eine heftige Debatte in der Stadtverordnetenversammlung über die Neugestaltung des Areals. Am Ende sprachen sich SPD, FDP und Noureddine Amjahid von den Eulen dafür aus, die Bäume zu fällen.

Etwas unterging in der Diskussion um die sechs Kastanien, dass es bei der Beratung eigentlich um den Beschluss über die gesamte Entwurfsplanung für den unteren Marktplatzes ging. Andere Punkte als die Bäume wurden aber gar nicht mehr diskutiert.
Nach dem Konzept, das voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres umgesetzt werden soll, rückt der Brunnen etwas weiter in Richtung Bürgerhaus und wird als „bodengleiches Wasserspiel“ ausgeführt. Die Figurengruppe bleibt erhalten. Der Halbkreis zum Bürgerhaus hin wird mit Bäumen bepflanzt, ebenso der Bereich der Rampe, die vom Rathaus in Richtung unterer Marktplatz führt. Zum „Bunten Riesen“ hin soll eine Art Zwischenebene geben, auf der acht neue Bäume gepflanzt und ein Spielplatz eingerichtet wird. Rechts und links davon gibt es zwei breite Aufgänge. Neue Rampen ermöglichen einen barrierefreien Weg vom unteren Marktplatz nach oben. Der Bereich, in dem heute die Kastanien stehen, wird gepflastert beziehungsweise wird Teil einer neuen, großen, unbeschatteten Terrasse für die Gastwirtschaft.
Das halten vor allem die Grünen, aber auch die CDU für einen Fehler. „Die Bäume stehen genau an der richtigen Stelle“, appellierte Arnold Bernhardt von den Grünen an die Mehrheit. „Wären sie nicht vor fast 50 Jahren dort gepflanzt worden, müsste man sie heute pflanzen.“
Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) versuchte zu Beginn der Diskussion dagegen zu erläutern, dass die Bäume krank und schwach seien und deswegen gefällt werden müssten. Sie verlas dazu eine „Stellungnahme“ des städtischen Umweltschutzbeauftragten, die den Stadtverordneten bis dahin offensichtlich nicht bekannt war. In dem Brief, den Burghard Haueisen Anfang der Woche einer besorgten Bürgerin geschrieben hat, erklärt der Baumexperte, dass die Kastanien am unteren Marktplatz „keine langfristige Zukunft“ haben. Aus diesem Grund „sei es vertretbar, über das Fällen der Bäume nachzudenken“. Das reichte der Opposition nicht. Redner von CDU und Grünen wiesen darauf hin, dass der Umweltschutzbeauftragte damit keinesfalls fordern würde, die Bäume zu fällen.
Für die SPD versuchte Dr. Claudia Ludwig die Diskussion in eine andere Richtung zu bringen. Sie plädierte dafür, die Umgestaltung als Chance zu sehen, um „nachhaltig etwas Besseres zu schaffen“. Der Platz brauche natürlich neue Bäume. Heute wisse man einfach besser, welche Arten an so einem Standort gedeihen können und wie sie optimal gepflegt werden müssen. In spätestens sieben bis acht Jahren sehe alles viel besser aus. „Ich freue mich lieber über neue Bäume als mit den Kastanien mitzuleiden.“
Vor der Abstimmung warfen sich dann Vertreter von SPD und FDP einerseits und CDU und Grünen andererseits noch gegenseitig vor, dafür verantwortlich zu sein, dass sechs Jahre nach Beginn der ersten Überlegungen zur Umgestaltung des unteren Marktplatzes immer noch nichts entschieden sei.
Daher wollten SPD, FDP und der Eulen-Vertreter die Diskussion nicht weiter verlängern. Sie lehnten sämtliche Änderungsanträge, die die Grünen gestellt hatten ab und stimmten der Vorlage des Magistrats zur Umgestaltung des Platzes zu. Jetzt können die Baumaßnahmen, die insgesamt rund zwei Millionen Euro kosten werden, ausgeschrieben werden und kann die Umgestaltung beginnen. MS

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2 Gedanken zu „Kastanien sollen fallen

  1. Es ist nicht zu fassen! Da soll der gesamte Bereich des unteren Marktplatzes umgemodelt werden, und dafür will man gesunde, kräftige Kastanien opfern? Ist Schwalbach nicht ohnehin schon eine einzige Betonwüste? Ja, man plant, neue Bäume zu pflanzen, schon klar, aber müssen deswegen die in Jahrzehn-ten herangewachsenen stattlichen Kastanien weichen?Es ist ein Frevel, was da vonstatten gehen soll, und es widerspricht jeglicher Vernunft!
    Man könnte meinen, Schwalbach habe keine anderen, dringlicheren Probleme.Ich frage mich, wem so sehr an der Umgestaltung des unteren Marktplatzes gelegen ist, und warum!! Honi soit qui mal y pense!!!

  2. Wieder einmal wurde ein Beschluss gefasst, weil er von der Mehrheit eingebracht worden war, und anstatt sich mit Argumenten auseinander zu setzen und vielleicht eigene Meinungen zu korrigieren, wurde nach dem Motto „Mehrheit ist Macht“ beschlossen. Schade.

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