16. Februar 2021

Wo ist die große Linie?

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Seit vergangenen Mittwoch ist klar: Der so genannten „Lockdown“ wird noch ein bisschen länger andauern. Und das ist auch gut so, denn über Lockerungen zu diskutieren, weil der Inzidenzwert bundesweit gerade mal unter 60 gefallen ist, ist ziemlich deplatziert. Vergessen wir nicht: Vor vier Monaten wurden Gegenden mit mehr als 50 praktisch als Katastrophengebiete betrachtet. Die Wahrnehmung auf die Pandemie ändert sich offenbar viel schneller als die Gefahr selbst.
Dass eine Verlängerung des „Lockdowns“ im Moment richtig ist, heißt aber natürlich noch lange nicht, dass alle Beschlüsse der Ministerpräsidentenundkanzlerin-Runde zielführend sind. Abgesehen davon, dass das Gremium in der Verfassung gar nicht vorgesehen ist, fehlt nach wie vor eine Strategie, wie man langfristig mit dem Sars-Cov2-Virus leben kann, ohne alle paar Wochen die Wirtschaft lahmzulegen. Impfen allein wird da nicht reichen. Im rechthaberischen Gekreische der Länderchefs und -chefinnen geht es aber leider viel zu häufig um kurzfristige und kleinteilige Interessen als um die große Linie.
Dabei ist die Sache eigentlich ganz einfach: Mit einem kühlen Kopf und etwas Geduld werden wir alle auch noch ein paar Wochen länger durchhalten. Davon verdummen keine Kinder, davon werden keine Eltern wahnsinnig und davon gehen auch keine Friseure pleite.

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Ein Gedanke zu „Wo ist die große Linie?

  1. Wann wird endlich wieder alles normal?
    Gar nicht mehr, Corona wird aus unserer Lebenswirklichkeit nicht mehr verschwinden. Die Frage nach Inzidenzen als Anzeiger für Öffnungen ist im Umkehrschluss immer die Frage, wie viele Schwer- oder Schwersterkranke, wie viele Tote sind wir dafür gesellschaftlich bereit in Kauf zu nehmen? Das ist provokant, doch daran orientiert sich unser Lebens- und Sicherheitsgefühl in Pandemiezeiten. Wer will hier vortreten und eine Zahl aufrufen?
    Der Ausblick auf Impfstoffe hat eine Leichtigkeit in unsere Wahrnehmung eingeführt, die bisher nicht zu verwirklichen ist.
    Was passiert eigentlich, wenn Staaten Impfungen entgegen der Empfehlungen durchführen, die Zweitimpfungen viele Wochen später durchführen? Freut sich da das Virus, provoziert durch solche Verhaltensweisen, auf neue Mutationsversuche?
    Wer gegen Grenzschließungen ist, muss für grenzüberschreitende, europäisch gleiche Bekämpfungsmaßnahmen setzen. Die sind nicht in Sicht, das gelingt bisher noch nicht einmal im förderalen Deutschland.
    Denken wir an die Anfänge der Pandemie, dann verstehen wir besser wo wir heute stehen.

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