13. April 2021

Mehr tun

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Warum schneidet Schwalbach in der Corona-Pandemie meistens schlechter ab als die anderen Städte im Main-Taunus-Kreis? Schaut man sich die Zahlen, die das Gesundheitsamt täglich herausgibt an, liegt die Stadt sowohl bei den Inzidenzwerten als auch bei den Fällen je 1.000 Einwohnern fast immer deutlich vor seinen Nachbarn.
Erklärungsversuche gibt es viele. Die einen begründen die schlechten Werte mit den vielen Schulen in der Stadt, die anderen mit den vielen Hochhäusern, wieder andere führen wahlweise den etwas höheren Migranten- oder Seniorenanteil in der Stadt an, andere machen die Pendler in den Gewerbegebieten verantwortlich.
Eines ist allen Theorien gemeinsam: Sie sind Kaffeesatzleserei. Denn außer den absoluten Fallzahlen und den Inzidenzwerten veröffentlicht das Gesundheitsamt keine Zahlen. Niemand weiß, in welchen Straßen sich besonders viele Menschen infiziert haben oder in welchen sozialen Verhältnissen sie leben – auch wenn es sinnvoll wäre, das einmal genauer zu untersuchen.
Offensichtlich ist, dass jeder Schwalbacher und jede Schwalbacherin mehr gegen die Pandemie tun muss und dass auch die Stadt mehr tun muss. Mehr testen, mehr kontrollieren, mehr aufklären, mehr FFP2-Masken sind nur einige Stichworte. Es wird Zeit für ein lokales Corona-Konzept.

Lesen Sie dazu auch den Bericht „Meistens über dem Durchschnitt“ und schreiben Sie Ihre Meinung in das Feld unten!

2 Gedanken zu „Mehr tun

  1. Sehr geehrter Herr Schlosser,
    mit „Kaffesatzleserei“ sprechen Sie mir aus dem Herzen. Wie vergleichbar ist die durchschnittlich hohe Inzidenz unserer Gemeinde mit Nachbargemeinden? Kann es nicht sein, dass Schwalbach viel mehr testet als die Nachbargemeinden und dadurch eine höhere Dunkelzahl ans Licht bringt? Wie gut sind die Tests und die Testmethodiken um falsch positive Ergebnisse zu vermeiden? Ein Messerfassungsystem mit einer Genauigkeit von 1% ist wirklich schon sehr gut. Aber 1% bedeutet auch bei 1000 Testungen schnell 10 Falsch-Testpositive die dann in die Inzidenz eine hohe Auswirkung haben. Wie man die Testungen systematisch durchführen muss, um relevante Handlungsinformationen zu gewinnen, in unserem Krieg gegen Corona, hat (nicht nur) der Verein Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin in dieser Mitteilung veröffentlicht:
    https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/pdf/stn-ebmnetzwerk-dgph-20210318.pdf
    Da durch unsystematische Testerei schnell mal MitbürgerInnen Falsch-Testpositiv befunden werden, ist auch eine Eingrenzung auf lokale Hotspots nur bedingt hilfreich, denn das Virus ist dort u.U. ja nicht, es ist ja nur eine Fehlmessung. Meine Sorge ist, dass dann eine Hexenjagd auf diese Betroffenen entstehen könnte, denn, die können ja nur das Virus haben, weil die sich nicht an die Regeln halten.
    Im Krieg gegen das Virus wollen wir alle mithelfen. Können wir den Krieg gewinnen, wenn wir die bisherigen Maßnahmen einfach intensivieren? Einfach mehr vom Selben? Mehr Maske? Mehr Ausgangssperre? Mehr Geschäfte schließen? Woran erkennen wir, dass wir den Krieg gegen Corona gewonnen haben? An einer Inzidenz von 0 über mehrere Wochen? Allein durch die falsch positiven Fehltestungen werden wir diese Zahl niemals erreichen.
    Ja, es ist Zeit für ein lokales Corona-Konzept. Weltweit wurden die letzten Monate verschiedenste Konzepte im Krieg gegen Corona durchgeführt und die Einsichten daraus in Studien veröffentlich. Aus diesem Wissen können wir schöpfen, wenn wir wollen. Sehr gerne helfe ich mit bei der Erstellung eines lokalen Corona-Konzeptes. Mit neuen Einsichten, Ideen & Taten gewinnen wir den Krieg gegen Corona.

  2. Ich bin hier ganz Ihrer Meinung.
    Wie bei der nicht funktionierenden Corona – App (die ca.100 Mio € gekostet hat) ist hier der Datenschutz viel wichtiger als Menschenleben. Das hat sogar schon vor Monaten der RKI – Chef bemängelt das er eigentlich nichts Genaueres nicht wisse.
    Eigentlich müssten bei positiven Tests sofort alle Daten wie Geschlecht, Alter, Beruf, Arbeitsplatz und Adresse, also die Strasse, erfasst werden und mit anderen Positiven verglichen werden und män hätte wohl alles genauer eingegrenzt und man wüsste insgesamt mehr. Der Name spielt dabei keine Rolle.
    Dann wäre man vielleicht auch schon darauf gekommen das man Berufsgruppen mit vielen Kontakten wie z.B Busfahrer, Verkäufer/Verkäuferinnen etc zuerst impfen müsste.

    Vor allem müssen die großen Lager endlich weggeimpft werden und Hessen muss dabei endlich besser werden! Kämpfen immer noch um die letzten Plätze. Früher gab es einmal einen Slogan „Hessen vorn“ beim Impfen ist das Gegenteil Programm.

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