18. Juli 2023

Schwalbacher Spitzen

Laut oder leise

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Ganz Unrecht hat SPD-Fraktionsvorsitzender Eyke Grüning nicht, wenn er sagt, dass die Anträge der Grünen den einzelnen Fernwärmekunden nicht viel nutzen. Tatsächlich interessiert es E.ON in etwa so viel wie der sprichwörtliche Sack Reis, der irgendwo in China umfällt, wenn die Schwalbacher Stadtverordneten beschließen würden, die Musterfeststellungsklagen der Verbraucherzentralen zu unterstützen oder mit dem Energie-Riesen über einen Teil seines „Übergewinns“ feilschen zu wollen.

Doch auch solche Symbole können wichtig sein. Denn die Stadt muss an der Spitze der Bewegung stehen, wenn es darum geht, faire Fernwärmepreise für mehr als die Hälfte aller Einwohner zu erreichen. Und der Bürgermeister muss beweisen, dass er sich kraftvoll für die Interessen seiner Bürgerinnen und Bürger einsetzt.Doch die Hauptarbeit macht in Schwalbach nach wie vor mehr oder minder ausschließlich die Interessengemeinschaft Fernwärme. Der Magistrat gibt nicht einmal bekannt, was genau seine „gerichtsfeste Analyse“ der Preise ergeben hat und tritt alles in allem sehr leise gegenüber E.ON auf.Wenn die Preise mit dieser Strategie irgendwann sinken, ist alles in Ordnung. Doch wenn die Schwalbacher Fernwärmekunden auch in Zukunft deutlich mehr bezahlen müssen als die meisten anderen in Hessen, dann tragen Bürgermeister Alexander Immisch und die SPD/CDU-Koalition die Verantwortung dafür.


Lesen Sie dazu auch den Bericht „Die Stadt muss mehr tun“ und schreiben Sie Ihre Meinung in das Feld unten!

Ein Gedanke zu „Laut oder leise

  1. Das passive Verhalten von Bürgermeister, Magistrat und herrschender Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung ermutigt E.ON, weiterhin überzogene Preise von den Schwalbacher Fernwärmekunden zu verlangen. E.ON gewinnt den Eindruck, daß von dieser Seite wie bisher kein ernsthafter Widerstand droht.

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